BAK-Symposium: Welche Rolle Apotheken im Krisenfall spielen

Was braucht es, damit die Gesundheitsversorgung auch in Krisen funktioniert? Beim Symposium „Deutschland im Krisenfall – Welche Rolle übernehmen Apotheken?“ der Bundesapothekerkammer (BAK) stellte die Apothekerschaft ihre Kernforderungen vor. 

Den Auftakt machte Dr. Maike Fedders, Vorstandsmitglied der BAK. Sie präsentierte der Politik einen Acht-Punkte-Plan und brachte das Anliegen der Apothekerschaft auf den Punkt: “Resilienz braucht Apotheken. Eine resiliente Gesundheitsversorgung ist ohne leistungsfähige, flächendeckend erreichbare und krisenfest eingebundene Apotheken nicht denkbar.”

Auf dem Podium diskutierten Dr. Armin Hoffmann, Präsident der BAK, Dr. Maike Fedders, Leiterin der Arbeitsgruppe Krisenvorsorge der BAK, Ines Perea, Unterabteilungsleiterin für Gesundheitssicherheit im Bundesgesundheitsministerium, und Oberstapotheker Dr. Bernd Klaubert, Leitender Apotheker der Bundeswehr und Inspizient Wehrpharmazie. Dr. med. Kristina Böhm, Leiterin des Amtes für Gesundheit und Prävention der Landeshauptstadt Dresden, war digital zugeschaltet.

“Krise muss nicht immer gleich Krieg bedeuten”, sagte Klaubert. Auch eine Pandemie sei eine Krise. Deutschland verfüge über starke Strukturen: “Ich bin davon überzeugt, dass wir echte Power haben”, betonte er. Im Krisenfall werde Deutschland zudem zur Drehscheibe für andere Nationen. Umso wichtiger seien funktionierende Beziehungen vor Ort und eine gute Vernetzung von Ärzte- und Apothekerschaft.

Auch Perea unterstrich die Bedeutung der Apotheken als Partner im Krisenfall. “Wir brauchen Personal in allen Bereichen”, sagte sie. Bei der Arzneimittelversorgung komme es zudem auf eine entsprechende Vorsorge an: “Natürlich müssen wir uns für eine solche Situation aufstellen und bevorraten.” Das betreffe unter anderem Vor-Ort-Apotheken, Krankenhausapotheken und den pharmazeutischen Großhandel. Um fundierte Entscheidungen treffen und Arzneimittel gezielt verteilen zu können, brauche es außerdem einen verlässlichen Überblick über die vorhandenen Ressourcen.

Fedders rückte die konkrete Vorbereitung der Apotheken in den Mittelpunkt: “Was Apotheken jetzt machen können, ist mal zu denken, was ist, wie kriege ich meine Mitarbeitenden ran? Was mache ich in der Krise?” Als Beispiel nannte sie Notfalllisten. Auch solche Abläufe müssten geübt werden.

Böhm versicherte, dass die Apotheken in den Planungen berücksichtigt würden. Dabei müssten die verschiedenen Akteure gezielt angesprochen werden. “Die Apotheken müssen mitgedacht werden”, sagte sie. Nun gelte es, die notwendigen Verbindungen herzustellen, um die Arzneimittelversorgung im Krisenfall zu gewährleisten und die Verteilung steuern zu können. 

Hoffmann betonte zum Abschluss, dass Krisenvorsorge eine gemeinsame Aufgabe sei, die weder eine einzelne Berufsgruppe noch eine Institution allein bewältigen könne. Von der Politik forderte er eine grundsätzliche Entscheidung: “Irgendwann wird, ich sage jetzt mal, wirklich, der Staat eine Entscheidung treffen müssen.” Ob dieser Weg gegangen werde oder nicht, müsse eine Regierung oder ein Ministerium entscheiden. “Planen können wir viel”, sagte Hoffmann. Entscheidend sei jedoch, von der Planung in die Umsetzung zu kommen.

Wer die Diskussion in voller Länge nachverfolgen möchte, findet hier die Aufzeichnung des Symposiums. 

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