E-Rezept

Zu den wichtigsten Anwendungen in der TI wird das elektronische Rezept (E-Rezept) gehören. Es löst das rosa Papierrezept („Muster 16“) ab, das als ärztliche Verordnung eines  apothekenpflichtigen Arzneimittels den Rechtsstatus einer Urkunde hat. Die Fälschung eines Rezeptes ist daher ein Straftatbestand. Darüber hinaus dient das rosa Rezept als Abrechnungsschein der Apotheke gegenüber den gesetzlichen Krankenkassen.

Die Apothekerschaft begrüßt das E-Rezept als Pflichtanwendung in der TI und gestaltet dessen Einführung aktiv mit. Bereits im Sommer 2018 hat die ABDA mit Hilfe der Netzgesellschaft Deutscher Apotheker (NGDA) ein Systemkonzept vorgelegt, um die Einführung des E-Rezepts zu beschleunigen. Beim Pilotprojekt GERDA (Geschützter E-Rezept-Dienst der Apotheken) haben Landesapothekerkammer und -verband Baden-Württemberg den Startschuss für die landesweite Umsetzung ab Anfang 2020 gegeben.
 
Als Gesellschafter der gematik hat der DAV im Frühjahr 2019 zusammen mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) die Federführung für die Aufgabe übernommen, das E-Rezept in der TI zu planen und umzusetzen. Als „primus inter pares“ ist der DAV auch dafür zuständig, alle weiteren gematik-Gesellschafter auf Seiten der Leistungserbringer – insbesondere Krankenhäuser und Zahnärzte – in die Kommentierungs- und Beschlussprozesse einbinden.

Nach Änderungen durch das Mitte 2019 beschlossene Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) fordert § 291a Abs. 5d SGB V: „Bis zum 30. Juni 2020 hat die Gesellschaft für Telematik die Maßnahmen durchzuführen, die erforderlich sind, damit ärztliche Verordnungen für apothekenpflichtige Arzneimittel in elektronischer Form übermittelt werden können.“ Darüber wurde in §129 Abs. 4a SGB V festgelegt, dass binnen einer Frist von weiteren sieben Monaten „die notwendigen Regelungen für die Verwendung von Verschreibungen in elektronischer Form“ im Rahmenvertrag zwischen DAV und GKV-Spitzenverband zu treffen sind. Damit ist die Einführung des E-Rezeptes für 2021 anvisiert.

Neben höchsten Datenschutzanforderungen kommt es der Apothekerschaft auf drei Bedingungen an, die erfüllt sein müssen, um die Akzeptanz für das E-Rezept nachhaltig zu gewährleisten: Der Patient muss jederzeit und überall Herr seiner Daten bleiben. Für ihn muss auch weiterhin eine freie Apothekenwahl ohne Beeinflussung bestehen – auch das Nichteinlösen seines E-Rezepts muss eine Entscheidungsoption sein dürfen. Die unzulässige Zuweisung und das Makeln von E-Rezepten muss ausgeschlossen sein. Zudem muss die technische Umsetzung des E-Rezeptes über die Telematikinfrastruktur erfolgen.
 
Jeder Patient sollte sein E-Rezept möglichst einfach handhaben – anschauen, Apotheke auswählen, einlösen – können. Die Übergabe des E-Rezeptes muss auch ohne physische Präsenz des Patienten und seiner eGK in der Apotheke möglich sein. Deshalb entwickelt der DAV eine Patienten-App, die als bundeseinheitliche, diskriminierungsfreie, kostenlose und technisch niedrigschwellige Lösung angeboten werden soll. Auf dem Portal www.dav-app.de können sich Apotheken für diesen zukunftsweisenden Patientenservice registrieren.

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E-Rezept

WebApp für Patienten

Deutschlands Apotheker wollen allen Patienten eine kostenfreie, wettbewerbsneutrale und leicht bedienbare WebApp anbieten, mit der sie in Zukunft ihr E-Rezept einsehen und sicher einlösen können.