Elektronischer Medikationsplan / AMTS-Datenmanagement (eMP/AMTS)

Um behandelnden Ärzten und Apothekern mehr notwendige Informationen über die Medikamenteneinnahme ihrer Patienten zu geben, wurde die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) als freiwillige Anwendung der eGK in § 291a SGB V verankert. Das Projekt "AMTS-Datenmanagement" wurde im Jahr 2013 bei der gematik gestartet. Unter Federführung des DAV wurde zunächst ein Anforderungskatalog (Lastenheft) erstellt und in der Folge das Pflichtenheft erarbeitet, das die konkrete Umsetzung der Anforderungen aus dem Lastenheft beschreibt.

Mit dem E-Health-Gesetz aus dem Jahr 2015 wurde der Bundeseinheitliche Medikationsplan (BMP) eingeführt. Beim BMP handelt es sich um eine Medikationsliste in Papierform, auf die alle gesetzlich krankenversicherten Patienten seit Oktober 2016 einen Anspruch haben, wenn sie mindestens drei verordnete Arzneimittel dauerhaft einnehmen. Ein Arzt stellt sie aus, ein Apotheker kann sie auf Wunsch des Patienten aktualisieren. Die Informationen des BMP wurden im elektronischen Medikationsplan (eMP) elektronisch umgesetzt und mit dem AMTS-Datenmanagement verbunden. Gemeinsam mit der Bundesärztekammer ist der DAV bei der gematik der bundesweite Federführer im Projekt „eMP/AMTS“.

Die für alle Patienten freiwillige Fachanwendung „eMP/AMTS“ ist die erste Anwendung der eGK in der Apotheke überhaupt. Ab Mitte 2020 soll in einer ersten Stufe der eMP auf der eGK des Patienten gespeichert werden, wobei die Daten des BMP um historisierte Daten ergänzt werden können. Vor der Einführung wird die Anwendung in Feldtests erprobt. In einer zweiten Stufe ab 2023 sollen die Daten um notwendige Attribute erweitert werden und die Speicherung der Daten auf einem zentralen Fachdienst erfolgen.

Im Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) wurde festgelegt, dass Apotheken bis zum 30. September 2020 an die TI angeschlossen werden sollen. Die Kosten für die Anschaffung und Installation der Komponenten müssen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Der DAV hat dazu mit dem GKV-Spitzenverband eine Refinanzierungsvereinbarung geschlossen, in der festgelegt wird, welchen Ausstattungsumfang Apotheken beanspruchen können und welche Pauschalen dafür zur Verfügung stehen.