Elektronischer Medikationsplan / AMTS-Datenmanagement (eMP/AMTS)

Um behandelnden Ärzten und Apothekern mehr notwendige Informationen über die Medikamenteneinnahme ihrer Patienten zu geben, wurde die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) als freiwillige Anwendung der eGK in § 291a SGB V verankert. Das Projekt "AMTS-Datenmanagement" wurde im Jahr 2013 bei der gematik gestartet. Unter Federführung des DAV wurde zunächst ein Anforderungskatalog (Lastenheft) erstellt und in der Folge das Pflichtenheft erarbeitet, das die konkrete Umsetzung der Anforderungen aus dem Lastenheft beschreibt.

Mit dem E-Health-Gesetz aus dem Jahr 2015 wurde der Bundeseinheitliche Medikationsplan (BMP) eingeführt. Beim BMP handelt es sich um eine Medikationsliste in Papierform, auf die alle gesetzlich krankenversicherten Patienten seit Oktober 2016 einen Anspruch haben, wenn sie mindestens drei verordnete Arzneimittel dauerhaft einnehmen. Ein Arzt stellt sie aus, ein Apotheker kann sie auf Wunsch des Patienten aktualisieren. Die Informationen des BMP wurden im elektronischen Medikationsplan (eMP) elektronisch umgesetzt und mit dem AMTS-Datenmanagement verbunden. Gemeinsam mit der Bundesärztekammer ist der DAV bei der gematik der bundesweite Federführer im Projekt „eMP/AMTS“.

Die für alle Patienten freiwillige Fachanwendung „eMP/AMTS“ ist die erste Anwendung der eGK in der Apotheke überhaupt. Ab Ende 2019 soll in einer ersten Stufe der eMP auf der eGK des Patienten gespeichert werden, wobei die Daten des BMP um historisierte Daten ergänzt werden können. In einer zweiten Stufe ab 2021 werden die Daten um notwendige Attribute erweitert und die Speicherung der Daten wird auf einem zentralen Fachdienst erfolgen.

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