Ohne Bundeswehrapotheker geht bei der Corona-Impfung nichts

Die Bundeswehr in Quakenbrück ist für die bundesweite Verteilung von COVID-19-Impfstoffen zuständig. Das dortige Versorgungszentrum ist eine Bundeswehrapotheke des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr und verfügt über die notwendigen logistischen Fähigkeiten. Die Gebinde mit den Impfstoffen von Astra Zeneca, Moderna und Johnson & Johnson werden von den Herstellern hier rund um die Uhr – auch an den Wochenenden - angeliefert und innerhalb von 24 Stunden auf die 16 Bundesländer verteilt. Biontech greift auf eine eigene Distribution zurück.

„In Quakenbrück findet der zentrale Umschlag für Deutschland statt. Die Kameradinnen und Kameraden überwachen im Schwerpunkt die Einhaltung der Kühlkette nach GDP-Vorgaben“, berichtet Oberstleutnant Markus Pöppel im Gespräch mit dem ABDA-Newsroom. „Die Lieferungen der Industrie werden gemäß den Vorgaben des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) für die Belieferung der Bundesländer kommissioniert“, fügt er hinzu. Unter „Good Distribution Practice“ (GDP) versteht man die Maßnahmen, die durch eine Kontrolle der Vertriebskette sicherstellen, dass die Qualität und Unversehrtheit von Arzneimitteln aufrechterhalten wird. Der Stabsoffizier des Kommandos Sanitätsdienstliche Einrichtungen erklärt, dass auf dem Gelände des Versorgungszentrums ein Sperrbereich mit Kühlcontainern (bis minus 20 Grad) und verschiedenen Kühlzonen eingerichtet wurde. Verantwortlich für diesen sensiblen Bereich sind zwei Bundeswehrapotheker.

Schon lange bevor es mit der Impfkampagne Anfang des Jahres losging, musste in Quakenbrück so einiges organisiert werden. Unregelmäßige Anliefer- und Auslieferzeiten sowie die glücklicherweise steigenden Lieferzahlen aus der Industrie lasten zwei Apotheker mehr als aus. „Zuerst mussten die Grundlagen geschaffen werden, die Zulassung als pharmazeutischer Großhandel zu erwerben", so Oberstleutnant Markus Pöppel. Das sei schließlich die Voraussetzung dafür gewesen, dass die Bundeswehr überhaupt die Impfstofflieferungen im Auftrag des BMG annehmen und weiterverteilen dürfe.

Neben den zwei Apothekern gehören dem Team auch eine Pharmazeutisch-technische Assistentin sowie logistisches Personal an. Die Aufgaben sind vielfältig. Oberstleutnant Markus Pöppel zählt auf: „Transporte müssen organisiert werden, Abstimmungen mit dem Bundesgesundheitsministerium und den Herstellern der Impfstoffe sind nötig und natürlich muss auch viel Papierkram erledigt werden.“ Aber nicht alles kann geplant werden: Wenn es Probleme oder Verzögerungen gibt, muss das Team flexibel auf die Situation reagieren. Ein Ende ist erst einmal nicht absehbar. Für das Versorgungsinstandsetzungszentrum der Bundeswehr ist es ein besonderer Auftrag in einer besonderen Zeit. Vor Ort wird alles getan, dass es in hoffentlich ferner Zukunft gemeldet werden kann: „Auftrag vollständig erfüllt!“

ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening ist beindruckt von der Arbeit der Kolleginnen und Kollegen bei der Bundeswehr: „Sie stellen sicher, dass der Impfstoff richtig gelagert wird und unter Einhaltung der Kühlkette in jede Region der Republik kommt. Genau wie in der Apotheke vor Ort ist hier Teamwork und Einsatzbereitschaft gefragt. Ich bin allen Kolleginnen und Kollegen dankbar, die sich tagtäglich für eine reibungslose Impfkampagne einsetzen. Das gilt für die Pharmazeuten bei der Bundeswehr in Quakenbrück, für das pharmazeutische Personal in den Impfzentren und natürlich für die Kolleginnen und Kollegen in den Apotheken vor Ort, die die Arztpraxen beliefern. Sie alle zeigen momentan, welches große Potenzial in ihnen steckt."

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