ABDA DatenHub
Bedeutung und Zielsetzung
Der ABDA DatenHub soll zukünftig pharmazeutische und wirtschaftliche Daten der öffentlichen Apotheken vor Ort strukturiert erheben und das detaillierte Verständnis des Apothekenmarktes verbessern. Es handelt sich hierbei um eine effiziente und zukunftsorientierte Lösung, welche die aufwändige Befragung im Rahmen des ABDA-Datenpanels ablöst und eine deutlich bessere Verknüpfung von Daten ermöglicht.
Ziel ist es, die Datenverfügbarkeit und Datenqualität in der Standesvertretung zu erhöhen, um diese zur Interessensvertretung noch stärker nutzen zu können. Eine valide Qualität der Daten ist für Gespräche mit der Politik und weiteren Institutionen sowie für Verhandlungen mit den Krankenkassen von enormer Bedeutung und Basis für die wirksame Vertretung der Interessen des Berufsstandes.

Der ABDA DatenHub ermöglicht umfangreiche Analysen (z. B. Korrelation, Regression) und Trendbeobachtungen großer Datenmengen über Wochen, Monate und Jahre hinweg. Vielfältige Datensätze lassen sich dadurch flexibel miteinander kombinieren, um komplexe Fragestellungen zu beantworten. Dabei werden die Daten fortlaufend und zeitnah aktualisiert.
Damit wird die Grundlage für eine moderne, datenbasierte Interessenvertretung der Apothekerschaft geschaffen. Durch die gebündelte Auswertung können Entwicklungen im Markt frühzeitig erkannt und fundiert in politische Entscheidungsprozesse eingebracht werden.
Externer Leistungserbringer
Der ABDA DatenHub wird durch einen externen Leistungserbringer, namentlich STACKIT, unterstützt. STACKIT ist ein Unternehmen von Schwarz Digits, die wiederum zur Schwarz Gruppe gehört. Die Schwarz Gruppe ist in den letzten Jahren insbesondere in der IT-Sparte bekannt geworden.
STACKIT selbst ist ein deutsches Unternehmen und in der Schwarz Gruppe der zentrale Partner für Cloud-Dienstleistungen. Es steht in besonderem Maße für Datensouveränität und Datensicherheit, da es vollständig dem europäischen Recht unterliegt und seine Rechenzentren ausschließlich in Deutschland und Österreich betrieben werden. Damit ist gewährleistet, dass die auf diesen Servern gespeicherten Daten der Apotheken die Europäische Union zu keinem Zeitpunkt verlassen. Dieser Aspekt war uns ein zentrales Anliegen.
STACKIT hat zuvor bereits mit anderen Akteuren im Gesundheitswesen zusammengearbeitet und erfolgreiche Cloudlösungen entwickelt (z. B. Sana Kliniken AG).
Datenerhebung und Analyse
Die Daten der Apothekerschaft werden für den ABDA DatenHub aus verschiedenen Datenquellen gesammelt und zusammengeführt. Dies geschieht ausschließlich mit der Zustimmung des Apothekeninhabers bzw. der Apothekeninhaberin. Die Datenerhebung erfolgt automatisiert und ersetzt damit die aufwändige Onlinebefragung des ABDA-Datenpanels.
Nach Zustimmung der Teilnehmenden werden Daten über eine standardisierte ADAS-DataWarehouse-Schnittstelle direkt aus den Warenwirtschaftssystemen der Apotheken übermittelt und um weitere Daten wie die Arzneimitteldaten der ABDATA, IQVIA OneKey und soziodemografische Daten angereichert.
Die Schnittstellenbeschreibung ist einsehbar unter:
https://portal.adas.de/home/wp-content/uploads/2023/02/ADAS-DWS_V1_0.pdf
Konkret werden über die Schnittstelle folgende Daten übertragen:
- Verkaufsdaten aller Abgabearten inkl. eigene EK-Preise,
- Wareneingangsdaten inkl. eigene EK-Preise,
- Lagerdaten inkl. eigene EK-Preise,
- Retourendaten inkl. eigene EK-Preise,
- Neinverkaufsdaten inkl. eigene EK-Preise.
Nicht übertragen werden Kunden- / Patientendaten.
Datenübermittlung
Für die Datenlieferung aus der Warenwirtschaft wird täglich ein Datensatz mit den Informationen der teilnehmenden Apotheke erzeugt. Der Datensatz wird anschließend nach dem „Push-Prinzip“ vom Softwarehaus auf einem SFTP-Server abgelegt. Der Server wird von unserem externen Dienstleister STACKIT bereitgestellt und ist für Dritte nicht zugänglich.
Von diesem Server werden die einzelnen Datensätze einmal täglich abgerufen und in den Gesamtdatensatz des ABDA DatenHubs integriert. Ein aktiver Zugriff der ABDA auf die Rohdaten der Apotheke findet zu keinem Zeitpunkt statt. Stattdessen handelt es sich ausschließlich um einen automatisierten, inhaltlich begrenzten Export durch den jeweiligen Warenwirtschaftsanbieter.
Datenschutz und Widerspruchsrecht
Der Schutz sensibler Daten hat im ABDA DatenHub höchste Priorität. Die Daten im ABDA DatenHub unterliegen einem strengen Datenschutzkonzept und werden dort unter Wahrung der Datenintegrität, -vertraulichkeit und -qualität zentral verwaltet. Von den teilnehmenden Apotheken werden regelmäßig und automatisch pseudonymisierte Daten aus den Apothekensoftwaresystemen über spezifische Schnittstellen in den ABDA DatenHub eingebracht. Die Daten werden so verarbeitet, dass Rückschlüsse auf einzelne Apotheken nicht möglich sind. Ziel ist es, Erkenntnisse auf aggregierter Ebene zu gewinnen, ohne individuelle Betriebsdaten offenzulegen. Es erfolgt keine kommerzielle Nutzung der Daten, zudem werden keine patientenbezogenen Daten erfasst.
Die Daten werden in einer gesicherten Cloud-Umgebung gespeichert und dort für die internen Abfragen und Auswertungen der ABDA-Nutzerinnen und ABDA-Nutzer aufbereitet. Ein direkter Zugriff auf die Rohdaten durch Mitarbeitende der ABDA ist zu keinem Zeitpunkt möglich. Die Ergebnisse der Abfragen und Auswertungen werden ausschließlich in anonymisierter Form ausgegeben.
Die Datenübermittlung mittels Schnittstelle erfolgt automatisiert, solange der Teilnahme gegenüber der ABDA nicht schriftlich widersprochen wird. Im Falle eines Widerspruchs werden die Daten nicht mehr erhoben und apothekenspezifische Daten gelöscht.
Teilnahme am ABDA DatenHub (sog. Onboarding)
Apothekeninhaberinnen und Apothekeninhaber öffentlicher Apotheken in Deutschland, die ein Warenwirtschaftssystem von CGM Lauer Fischer, Pharmatechnik, ADG oder NOVENTI nutzen, können ihr Interesse an einer Teilnahme am ABDA DatenHub bekunden. Für weitere Warenwirtschaftssysteme ist eine schrittweise Anbindung in einer späteren Ausbaustufe vorgesehen.
Die Teilnahme am ABDA DatenHub wird durch die einmalige Abgabe einer Vereinbarung zur Datenübermittlung, sowie der Einwilligungserklärung gegenüber der ABDA angestoßen. Mit der Vereinbarung zur Datenübermittlung wird die Zustimmung erteilt, dass die Daten aus der jeweiligen Warenwirtschaft regelmäßig an den ABDA DatenHub übermittelt werden dürfen. Die Einwilligungserklärung regelt, für welche Zwecke die ABDA die übermittelten Daten nutzen darf, und informiert über die geltenden Datenschutzbestimmungen.
Alle erforderlichen Teilnahmeunterlagen können interessierte Apothekeninhaberinnen und Apothekeninhaber hier herunterladen. Beim Download ist es wichtig, die richtige Vereinbarung zur Datenübermittlung für das eigene Warenwirtschaftssystem auszuwählen. Die Einwilligungserklärung ist allgemein gültig.
Vereinbarungen zur Datenübermittung
Einwilligungserklärung
Beide Dokumente müssen vollständig ausgefüllt und eigenhändig unterschrieben werden. Dafür wird bei ADG, Noventi und Pharmatechnik die IK-Nummer und die BTM-Nummer der Apotheke benötigt. Bei der Vereinbarung von CGM Lauer wird stattdessen nach der IDF/BGA gefragt; diese ist identisch mit der BTM-Nummer Ihrer Apotheke. Anschließend kann die Übermittlung beider Dokumente per E-Mail, Fax oder Post an die ABDA erfolgen.
ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V.
Persönlich/vertraulich Bereich Wirtschaft und Soziales
Postfach 40364
10062 Berlin
E-Mail: datenhub(at)abda.de
Fax: 030 40004 - 29444
Nach Eingang der Unterlagen prüft die ABDA die Teilnahmevoraussetzungen sowie die Vollständigkeit der eingereichten Dokumente. Nach erfolgreicher Prüfung wird der weitere Onboarding-Prozess gestartet.
Sollten Sie keines der genannten Warenwirtschaftssysteme in Ihrer Apotheke nutzen, bitten wir Sie, zunächst die Interessensbekundung auszufüllen. Wir werden Sie kontaktieren, sobald eine Anbindung an den ABDA DatenHub möglich ist.
Interessensbekundung
Sollten Sie bereits vor dem offiziellen Anmeldungsbeginn Ihr Interesse an einer Teilnahme anmelden wollen, freuen wir uns über Ihre Rückmeldung über das untenstehende Formular.
FAQ’s zum ABDA DatenHub
Wer ist am Projekt ABDA DatenHub beteiligt?
Die ABDA verantwortet das Vorhaben und die fachliche Nutzung. STACKIT entwickelt, betreibt und wartet die technische Plattform als externer Dienstleister der ABDA. Weitere Beteiligte sind die teilnehmenden Apotheker:innen und deren Apothekensoftwarehäuser, welche den standardisierten technischen Übertragungsweg aus den Warenwirtschaftssystemen bereitstellen. Hinzu kommen weitere Datenlieferanten wie ABDATA, IQVIA und Panadress.
Welche Daten werden für den ABDA DatenHub erhoben?
Aus den Warenwirtschaftssystemen werden insbesondere Verkaufsdaten aller Abgabearten, Wareneingangs-, Lager-, Retouren- und Neinverkaufsdaten übertragen. Hinzu kommen Arzneimitteldaten von ABDATA, Apothekenstammdaten aus IQVIA OneKey, sowie soziodemografische Daten aus Panadress. Kunden- und Patientendaten werden ausdrücklich nicht übertragen.
Habe ich als Apothekerin oder Apotheker Zugang zu den Daten im ABDA DatenHub?
Nein. Apotheker:innen können am ABDA DatenHub teilnehmen und Daten freiwillig bereitstellen. Ein unmittelbarer Zugang zur Analyseoberfläche ist für einzelne Apotheker:innen jedoch nicht vorgesehen. Die Analyseoberfläche ist auf speziell berechtigte ABDA-Beschäftigte beschränkt.
Was kostet der Zugriff als Nutzer:in?
Da einzelne Apotheker:innen keinen direkten Zugang zur Analyseoberfläche erhalten, gibt es auch kein separates Zugangs- oder Lizenzmodell für Apotheken.
Wo werden die Daten gespeichert?
Die Daten werden in einer gesicherten Cloud-Umgebung von STACKIT gespeichert. STACKIT betreibt seine Rechenzentren ausschließlich in Deutschland und Österreich. Die Daten verlassen die Europäische Union nicht und die Verarbeitung unterliegt europäischen Datenschutzanforderungen.
Wer führt die Auswertungen durch und wie wird der fachliche Hintergrund sichergestellt?
Nur fachlich spezialisierte ABDA-Mitarbeitende können Auswertungen über die Analyseoberfläche vornehmen und bewerten die Ergebnisse im fachlichen Kontext. Es besteht kein direkter Zugriff auf die Rohdaten, es werden ausschließlich aggregierte und anonymisierte Ergebnisse ausgegeben.
Nutzt die ABDA die Daten kommerziell?
Nein, es erfolgt keine kommerzielle Nutzung der Daten. Der alleinige Zweck ist die Verbesserung der Datenbasis für Analysen und die Interessenvertretung der Apothekerschaft gegenüber Politik, Kostenträgern und weiteren Institutionen.
Werden Patientendaten im Kontext von Medikationsdaten ausgewertet?
Nein. Kunden- bzw. Patientendaten werden nicht an den ABDA DatenHub übertragen und dort nicht ausgewertet. Auch Personaldaten werden im ABDA DatenHub nicht erfasst.
Was ist der Mehrwert für mich als Apotheker:in?
Jede/r teilnehmende/r Apotheker:in verbessert die gemeinsame Datengrundlage der Apothekerschaft. Dadurch können Leistungen, wirtschaftliche Entwicklungen und Herausforderungen für öffentliche Apotheken belastbarer dargestellt und politische Forderungen besser begründet werden. Die automatische Datenübermittlung reduziert gegenüber wiederkehrenden Befragungen den Aufwand und vermeidet manuelle Übertragungsfehler.
Gibt es bereits Ideen zu Use-Cases, in denen Daten und Auswertungen mit konkretem Mehrwert verwendet werden?
Ja. Vorgesehen sind unter anderem Auswertungen zu Absatz und Umsatz nach Regionen, Abgabeart oder Arzneimittelklassifikation, sowie Trendanalysen über längere Zeiträume. Durch die Verknüpfung von regionalen und soziodemografischen Daten können außerdem Markt-, Versorgungs- und Strukturentwicklungen differenzierter untersucht werden. Korrelationen und Regressionen sollen helfen, Zusammenhänge besser zu verstehen.
Warum werden die Daten nicht mehr über das ABDA-Datenpanel erfasst?
Es handelt sich beim ABDA DatenHub um eine effiziente und zukunftsorientierte Lösung, welche die aufwändige Befragung im Rahmen des ABDA-Datenpanels ablöst und für eine deutlich bessere Verknüpfung von Daten sorgt.
Der wesentliche Vorteil gegenüber der Onlinebefragung im Rahmen des ABDA-Datenpanels ist, dass die Daten in Zukunft automatisch erfasst und um weitere Daten ergänzt werden. Das erspart Zeit für das Ausfüllen des Fragebogens. Zudem werden händische Übertragungsfehler vermieden.
Mit dem ABDA DatenHub werden umfangreiche Analysen (z. B. Korrelation, Regression) und Trendbeobachtungen großer Datenmengen über Wochen, Monate und Jahre hinweg möglich. Umfangreiche Datensätze lassen sich dadurch flexibel miteinander kombinieren, um komplexe Fragestellungen zu beantworten. Dabei werden die Daten fortlaufend und zeitnah aktualisiert.
Ersetzt der ABDA DatenHub die Erhebungen von IQVIA?
Nein. IQVIA OneKey ist derzeit selbst als Datenquelle für Apothekenstammdaten vorgesehen. Der ABDA DatenHub bündelt Daten aus mehreren Quellen und ergänzt diese insbesondere um direkt und freiwillig aus Apotheken bereitgestellte Warenwirtschaftsdaten. Er schafft damit eine eigene Datengrundlage für die Apothekerschaft, ersetzt aber nicht sämtliche externe Datenerhebungen. Zumal die ABDA die Daten bzw. Auswertungen nicht kommerziell nutzen wird.
Wie unterscheidet sich der ABDA DatenHub vom DAPI?
DAPI und ABDA DatenHub sind funktional nicht identisch. Der ABDA DatenHub schafft eine technische Infrastruktur, in der pharmazeutische, wirtschaftliche und strukturelle Daten öffentlicher Apotheken zusammengeführt und für die Interessenvertretung ausgewertet werden. Hingegen fördert das DAPI insbesondere Wissenschaft, Forschung und das öffentliche Gesundheitswesen. Es erhält ausschließlich Rezeptabrechnungsdaten der gesetzlichen Krankenversicherung. Damit verfolgen das DAPI und der ABDA DatenHub unterschiedliche, sich ergänzende Aufgaben.
Inwieweit werden künftig Daten zum Versandhandel generiert?
Ob und in welchem Umfang belastbare Aussagen zum Versandhandel möglich sein werden, hängt von den tatsächlich verfügbaren Datenquellen, geeigneten Vergleichsdaten, sowie dem Umfang der Teilnahme und damit der Datenbasis ab.
Wie finanziert sich der DatenHub?
Der Aufbau und Betrieb werden als ABDA-Projekt finanziert. Für Apotheken ist ihre Teilnahme kostenlos.
Kann ich meine Teilnahme am ABDA DatenHub widerrufen?
Wir wollen Sie als langfristige Teilnehmer:in am ABDA DatenHub gewinnen und halten. Aber: Ja, ein Widerruf ist jederzeit möglich. Die Datenübermittlung mittels ADAS-Datawarehouse-Schnittstelle erfolgt automatisiert, solange der Teilnahme gegenüber der ABDA nicht schriftlich widersprochen wird. Im Falle eines Widerspruchs an datenhub(at)abda.dewerden die Daten nicht mehr erhoben und apothekenspezifische Daten gelöscht.
Wer ist mein Ansprechpartner bei inhaltlichen bzw. technischen Fragen?
Kontakt und technischer Support: datenhub(at)abda.de