Medizinisches Cannabis

Seit 10. März 2017 dürfen Ärzte im Rahmen ihrer Therapiefreiheit im Einzelfall medizinisches Cannabis verordnen. Jede Apotheke kann nach einer ärztlichen Verordnung entsprechende Rezepturarzneimittel herstellen und abgeben. Cannabis kann in verschiedenen Formen verordnet werden, zum Beispiel als Blüten oder als isolierter Hauptwirkstoff Dronabinol, auch als „THC“ bekannt.

Wie ein Patient medizinische Cannabisblüten anwenden soll, entscheidet der Arzt. Apotheker geben ihren Patienten bei der Abgabe des Rezepturarzneimittels entsprechende Anweisungen mit. Möglich ist die Inhalation mittels eines Verdampfers oder die Einnahme als Tee. Als Alternative zu medizinischem Cannabis in Form getrockneter Blüten kann der Arzt einen standardisierten Cannabisextrakt verordnen, aus dem die Apotheke ein Rezepturarzneimittel zur oralen Anwendung herstellt.

Wenn eine entsprechende Genehmigung vorliegt, übernehmen die Gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für ärztlich verordnete Rezepturarzneimittel. Für Patienten der Gesetzlichen Krankenversicherung fällt nur die Zuzahlung an, die pro Arzneimittel höchstens 10 Euro beträgt.

Einen Überblick über die Regelungen gibt das Faktenblatt Rezepturarzneimittel mit Cannabis, welches fortlaufend aktualisiert wird.
Die Bundesapothekerkammer hat sich in den letzten Jahren wiederholt öffentlich zur medizinischen Anwendung von Cannabis geäußert. Das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut wertet regelmäßig die Verordnungszahlen zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aus.

Weitere Informationen für Apotheker im Mitgliederbereich

Am 21. Juni 2016 fand in Berlin das Symposium der Bundesapothekerkammer: Cannabis als Arzneimittel – Fakten und Herausforderungen statt.

Anlass des Symposiums war die Veröffentlichung der Monographie „Cannabisblüten“ durch die Kommission Deutscher Arzneimittel Codex / Neues Rezeptur Formularium (DAC/NRF).

Die Gesprächspartner waren:

  • Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer und Vorsitzender der DAC/NRF-Kommission.
  • Dr. Michael Hörnig, Leiter des Prüflaboratoriums von DAC/NRF
  • Prof. Dr. Burkhard Hinz, Direktor des Instituts für Toxikologie und Pharmakologie, Universitätsmedizin Rostock, und Mitglied der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK)
  • Dr. med. Peter Cremer-Schaeffer, Leiter der Bundesopiumstelle des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
  • Prof. Dr. med. Michael Schäfer, Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V.
Seit zwei Jahren können Patienten medizinisches Cannabis auf Rezept erhalten. Eine Bilanz des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts e. V. (DAPI).