Krankenkassen sanieren, ohne Apotheken zu schwächen
Die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ruft die Bundestagsabgeordneten dringend dazu auf, von einer neuen finanziellen Belastung der rund 16.000 Apotheken abzusehen. Hintergrund ist: Am morgigen Mittwoch berät der Gesundheitsausschuss des Bundestages über das Gesetz zur Stabilisierung der Beitragssätze in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz).
„Wir appellieren an die Abgeordneten im Gesundheitsausschuss: Greifen Sie das Votum des Bundesrats auf, lehnen Sie die von der Bundesregierung geplante unbefristete Erhöhung des Apothekenabschlags ab – und lassen Sie damit eine neuerliche Schwächung des Apothekenwesens nicht zu“, sagt ABDA-Präsident Thomas Preis. Laut Gesetzentwurf will die Bundesregierung ab 2027 den Apothekenabschlag zugunsten der Krankenkassen von 1,77 auf 2,07 Euro pro verordnetem Medikament erhöhen. Damit wird das parallel auf 9,50 Euro erhöhte Festhonorar gleich wieder abgesenkt, obwohl die Koalition in ihrem Koalitionsvertrag eine klare Stärkung der Apotheken versprochen hatte.
„Wir unterstützen das Ziel, die Krankenkassenfinanzen zu stabilisieren“, sagt Preis: „Doch nach Jahren der chronischen Unterfinanzierung und einem Rückgang der Apothekenzahl um fast 20 Prozent sind weitere Belastungen für Apotheken einfach nicht zu stemmen. Schließlich haben die Apotheken durch die ausgebliebene Anpassung des Packungshonorars seit 2013 bereits etliche Milliarden Euro für die Krankenkassen eingespart. Eine neue Belastung lehnen wir entschieden ab, weil sie die Apotheken und ihre Planungssicherheit gefährdet, aber auch Übernahmen und Neugründungen für den Nachwuchs in strukturschwachen Regionen unattraktiv macht. Das schwächt die flächendeckende Versorgung auf dem Lande und in der Stadt.“
Preis ergänzt: „Zu einer Apothekenstärkung gehört auch, dass die Vergütung der Apotheken endlich jährlich direkt mit den Krankenkassen ausgehandelt werden kann – auf der Basis von klaren, volkswirtschaftlichen Kriterien. Denn ein weiterer, jahrelanger Honorarstillstand wäre nicht zu verkraften. Hierzu sollten die Bundesregierung und der Bundesrat in dieser Woche die richtigen Weichen stellen: So wie die meisten anderen Berufsgruppen im Gesundheitswesen müssen die Apotheken endlich regelhaft an die wirtschaftliche Gesamtentwicklung angekoppelt werden!“

