expopharm: Branche fordert verlässliche Rahmenbedingungen

Lieferengpässe, Versandhandel, Impfquoten und die Resilienz der Arzneimittelversorgung standen im Mittelpunkt einer politischen Diskussionsrunde auf der expopharm. Vertreter von Großhandel, Pharmaindustrie und Apothekerschaft machten deutlich, dass eine sichere Versorgung nur mit verlässlichen politischen Rahmenbedingungen gelingen kann.

Unter der Moderation von Alexander Müller (Pharmazeutische Zeitung) diskutierten Marcus Freitag (PHAGRO/PHOENIX), Oliver Kirst (BPI), Han Steutel (vfa), Jörg Wieczorek (Pharma Deutschland), Basem Yazgi (Pro Generika) und dem DAV-Vorsitzenden Dr. Hans-Peter  Hubmann.

Mehrere Diskussionsteilnehmer betonten die Bedeutung der Vor-Ort-Apotheken für die Arzneimittelversorgung. Freitag warnte vor einer weiteren Verlagerung von OTC-Arzneimitteln in den Versandhandel und forderte klare politische Leitplanken. Wieczorek sprach sich für gemeinsame Lösungen aus, die Patientinnen und Patienten gezielt in die Apotheke vor Ort zu führen.

Hubmann forderte ein noch klares politisches Bekenntnis zur Apotheke vor Ort. Die Leistungen der Apotheken, etwa bei der Früherkennung gesundheitlicher Probleme, würden häufig unterschätzt. Zudem verwies er auf die Grenzen des Versandhandels und die Bedeutung einer wohnortnahen Versorgung.

Kirst mahnte echte Strukturreformen statt weiterer Sparmaßnahmen an. Das Gesundheitssystem müsse gemeinsam mit allen Beteiligten zukunftsfest aufgestellt werden. Yazgi hob die Bedeutung der Versorgungssicherheit hervor, Steutel die Patientensicherheit und faire Wettbewerbsbedingungen für alle Marktteilnehmer.

Zuvor hatte Dr. Rainer Hutka, Ministerialdirektor im Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention, gesprochen. Er würdigte die fachliche Kompetenz der Apothekerinnen und Apotheker und verwies auf die Fortschritte durch die Apothekenreform sowie pharmazeutische Dienstleistungen. Mit Blick auf Vertretungsregelungen betonte Hutka, dass Apotheken ohne Apothekerinnen oder Apotheker "keine vollwertige Alternative" seien. Persönliche Beratung und fachliche Verantwortung müssten erhalten bleiben. Auch beim Versandhandel sprach er sich für gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Marktteilnehmer aus.