TI-Summit: Korf fordert stabile Infrastruktur und verlässliches E-Rezept
Die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der ABDA, Claudia Korf, fordert mehr Stabilität beim E-Rezept und einen reibungslosen Übergang zur zweiten Generation der Telematik-Infrastruktur (TI 2.0). “Die TI an sich ist jetzt im Versorgungsalltag angekommen, aber im Guten wie im Bösen”, sagte Korf laut einem Bericht von heise.de auf dem TI-Summit in Leipzig (7. Oktober 2026). Digitale Anwendungen seien längst Teil des Alltags, so Korf – und umso gravierender seien deshalb Ausfälle. Für Patientinnen und Patienten sei es wichtig, dass das E-Rezept zuverlässig funktioniere, damit sie ihre Medikamente rechtzeitig erhielten. Betriebsstabilität sei deshalb keine abstrakte technische Größe, sondern eine Grundvoraussetzung für die Versorgung, so Korf.
Die gematik will die TI daher grundlegend umbauen. Statt einzelne Anwendungen mit jeweils eigenen technischen Strukturen weiterzuentwickeln, sollen Dienste künftig auf einer gemeinsamen, souveränen und cloudbasierten Open-Source-Plattform aufbauen, heißt es in dem Bericht. Für Korf müsse die Technik dabei dem Versorgungsziel folgen: Heute falle bei mehreren Anbietern mal der eine, mal der andere aus. Bei einem zentralen System würden dagegen alle zugleich betroffen sein. Die Verfügbarkeit müsse deshalb auch im Krisenfall abgesichert werden, etwa durch Backup-Systeme. Als zweites Risiko nannte sie die Migration selbst: Die Umstellung koste Geld, erfordere geeignetes Personal bei der gematik und setze voraus, dass alle Marktpartner rechtzeitig vorbereitet seien.
Der TI-Summit gilt als zentrale Branchenveranstaltung für die Digitalisierung des Gesundheitswesens und die Weiterentwicklung der Telematikinfrastruktur. Für die ABDA war neben Korf auch Vizepräsidentin Dr. Ina Lucas auf dem Branchentreff vertreten.