Diabetes-Therapie im Wandel: DAPI zeigt aktuelle Verordnungsentwicklung

Diabetes mellitus gehört zu den bedeutendsten chronischen Erkrankungen in Deutschland. Angesichts einer Prävalenz von 10,3 Prozent im Jahr 2024 und einer weiter steigenden Zahl Betroffener kommt der medikamentösen Versorgung eine hohe Bedeutung zu. Über 90 % der Personen mit Diabetes sind von einem Typ-2-Diabetes betroffen. Während für die Behandlung des Typ-1-Diabetes ausschließlich Insuline infrage kommen, können bei Typ-2-Diabetes verschiedene Medikamentengruppen eingesetzt werden.

Der Einsatz von Antidiabetika in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hat in den vergangenen Jahren spürbar zugenommen. Das hat eine aktuelle Auswertung des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts e. V. (DAPI) zu den GKV-Verordnungen von Antidiabetika in den Jahren 2021 bis 2025 ergeben. Die Steigerungsraten bei den Gruppen der SGLT2-Inhibitoren und der GLP-1-Rezeptoragonisten deuten auf einen Wandel von der reinen Blutzuckerkontrolle zu einer stärkeren Ausrichtung auf kardio- und renoprotektive Therapieziele hin.

Für die Analyse wertete das DAPI die Zahl der abgegebenen Packungen je 1.000 GKV-Versicherte (Prescription Index, PI) aus. Am häufigsten wurde wie in den vier Jahren davor Metformin verordnet. Mit einem PI von 135,1 lag das Medikament um zwei Prozent über dem Niveau von 2021. Auf Platz zwei folgten Insuline mit einem PI von 121, deren Verordnungsrate im Vergleich zum Ausgangsjahr jedoch um 18 Prozent zurückging. 

Die dynamischste Entwicklung zeigte sich bei weiteren Therapieoptionen: Die Verordnungen von SGLT2-Inhibitoren, den sogenannten Gliflozinen, verdreifachten sich nahezu und stiegen um 200 Prozent auf einen PI von 116,7. Auch die Gruppe der GLP-1-Rezeptoragonisten einschließlich der GLP-1/GIP-Agonisten legte deutlich zu. Hier erhöhte sich die Verordnungsrate um 94 Prozent auf einen PI von 52,9.

Insgesamt stieg der Gebrauch von Antidiabetika in der GKV zwischen 2021 und 2025 von 430 auf 502 Packungen je 1.000 Versicherte. Das entspricht einem Zuwachs von 17 Prozent.

Weiterführende Informationen zum Thema Antidiabetika bietet das Statistische Jahrbuch „Die Apotheke: Zahlen, Daten, Fakten 2026“ der ABDA.

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