Diabetes Zeitung: Experten befürworten neue Präventionsaufgaben für Apotheken

Die beiden neuen Sprecher der Kommission Apotheker in der Diabetologie (BAK/DDG), der Berliner Diabetologe Dr. Ralf-Uwe Häußler und Prof. Dr. Stephan Scherneck von der TU Braunschweig, bewerten in einer Titelgeschichte der diabetes zeitung (5/26) die Apothekenreform. 

Beide Experten begrüßen die vorgesehene stärkere Einbindung der Apotheken in die Früherkennung und Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes durch neue pharmazeutische Dienstleistungen. "Apotheken sind ein niedrigschwelliger Anlaufpunkt für Gesundheitsfragen aller Art", so Scherneck. Bei Impfungen seien die Zielgruppen für Apotheken in der Regel Patientinnen und Patienten ohne akute Erkrankung sowie Menschen mit geringer Motivation, präventiv eine Ärztin oder einen Arzt zu konsultieren. Zur Wirtschaftlichkeit der pharmazeutischen Dienstleistungen sagte Häußler: "Diese ist nur gegeben, wenn alle Prozesse gut strukturiert sind und ein angemessenes Honorar bezahlt wird."

Die Abgabe verschreibungspflichtiger Arzneimittel ohne Rezept bewertet Häußler grundsätzlich positiv: "Bürokratieabbau ist sinnvoll. Wenn dadurch noch die Versorgungskontinuität verbessert wird, ist das zu begrüßen. Das Verfahren für die dringende Anschlussverordnung ist auf wirklich dringende Fälle begrenzt." Eine Apotheke ohne Apotheker kommt für Scherneck nicht infrage: "Zweigapotheken und PTA-Vertretung sind keine geeigneten Instrumente, die Zukunft der Vor-Ort-Apotheken zu sichern." Stattdessen fordert er eine Ausweitung der Studienplätze in Pharmazie und Humanmedizin.

zurück zur Übersicht