DAV-Wirtschaftsforum: Mehr Prävention und Digitalisierung in Apotheken
Am ersten Tag des DAV-Wirtschaftsforums standen auch die Rolle der Apotheken in der Prävention und in der Digitalisierung im Mittelpunkt.
Dr. Silke Heinemann, Abteilungsleiterin Prävention im Bundesgesundheitsministerium (BMG), betonte in ihrem Impulsvortrag die Bedeutung bestehender und geplanter Präventionsmaßnahmen wie dem Nationalen Krebsplan. Heinemann unterstrich, dass Apotheken besonders geeignet seien, präventive Aufgaben zu übernehmen und Ärztinnen und Ärzte zu entlasten.
Im Anschluss diskutierten unter der Moderation von Daniela Hüttemann (Pharmazeutische Zeitung) Andrea Galle (mkk – meine krankenkasse), Dr. Silke Heinemann (BMG), Dr. Annette Rommel (Kassenärztliche Vereinigung Thüringen) und Anke Rüdinger, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbands (DAV).
Rüdinger hob das große Präventionspotenzial der Apotheken hervor. Sie forderte, Apotheken stärker mitzudenken – etwa durch die Ausweitung von Impfungen auf alle Totimpfstoffe für Erwachsene sowie neue pharmazeutische Dienstleistungen wie Rauchentwöhnung oder Herz‑Kreislauf‑Screenings. Aufgrund ihrer Rolle als erste Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten verfügten sie über ein großes, bislang nicht ausgeschöpftes Potenzial.
In seinem Impulsvortrag zur Digitalisierungsstrategie des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) sagte Sebastian Zilch, Unterabteilungsleiter für gematik, E-Health und Telematik-Infrastruktur im BMG: „Die zentralen Akteure im Gesundheitswesen müssen die Digitalisierung gemeinsam gestalten – und die Apothekerschaft nimmt dabei eine ganz zentrale Rolle ein.“
Zilch ergänzte, dass die Digitalisierung effizientere Prozesse und somit ein nachhaltiges Gesundheitssystem ermögliche. „Die elektronische Patientenakte soll zum digitalen Begleiter der Patienten werden“, sagte der BMG-Experte und fügte hinzu: „Auch beim geplanten Primärversorgungssystem soll die ePA eine zentrale Rolle zukommen.“
In der anschließenden Podiumsdiskussion sagte DAV-Vorstandsmitglied Dr. Jan-Niklas Francke: „Die gute Nachricht ist, dass die Apotheken als relevante Akteure vom BMG wahrgenommen werden.“ Die weniger gute Nachricht sei, dass die Apotheken mehr Rechte und Kompetenzen zum Beispiel bei der Bearbeitung von E-Rezepten bräuchten, so Francke.
Beispielhaft sagte Francke, dass klar sein müsse, dass zwischen Abruf und Belieferung des E-Rezeptes kein Nachteil für die Apotheken bei der Abrechnung mit den Krankenkassen entstehen dürfe. Und wenn es freitags ein Problem gebe und montags die Rücksprache mit dem Arzt nötig sei, fehle den Apotheken die Zugangsberechtigung für die ePA, die bis dahin ausgelaufen ist.



