ABDA-Präsident plädiert für gemeinsame Verantwortung

Auf dem Hauptstadtkongress in Berlin wurde deutlich: Die Weiterentwicklung der Versorgung gelingt nur gemeinsam. Unter dem Titel "Arztzentrierte Versorgung und medizinische Weiterbildung – wer macht was – und warum?" wurden zentrale Fragen der zukünftigen Patientenversorgung und der ärztlichen Weiterbildung intensiv beleuchtet. Ein besonderer Fokus lag dabei auf der Rolle der Apotheken – vertreten durch ABDA-Präsident Thomas Preis.

Im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion stand die Frage, wie die verschiedenen Akteure im Gesundheitswesen künftig besser zusammenarbeiten können. Thomas Preis machte deutlich, dass eine enge Kooperation zwischen Ärzteschaft und Apothekerschaft entscheidend ist: "Wir dürfen uns auf keinen Fall auseinanderdividieren lassen von der Politik. Ich glaube, uns eint ja das Interesse Patientinnen und Patienten gut und schnell zu versorgen. Und da werden wir einiges hinbekommen."

Auch bei der Ausweitung von Impfangeboten sieht Preis eine wachsende Rolle der Apotheken: "Das wird jetzt nochmal ein Booster bekommen durch die neuen Regelungen, dass wir ja alle Impfungen durchführen können, die bis auf die Lebendimpfung." Bereits jetzt habe sich die Zahl der durchgeführten Impfungen innerhalb eines Jahres verdoppelt – obwohl  nur Corona- und Grippeimpfungen möglich waren.

Kritisch äußerte sich Preis zur Durchführung medizinischer Leistungen außerhalb klassischer Versorgungsstrukturen, etwa bei Blutabnahmen in nicht medizinischen Einrichtungen. Patientinnen und Patienten würden hier aus seiner Sicht falsch gesteuert: "Da hat die Politik reagiert. Das kann nicht sein, dass das im Drogeriemarkt zwischen Waschpulver und Klopapier gemacht wird. Dass es jetzt qualitätsgesichert in Apotheken stattfindet ist gut, und Ärzte und Apotheker sollten dies nutzen."

Mit Blick auf die zukünftige Organisation der Primärversorgung betonte Preis zudem die Notwendigkeit einer besseren Patientensteuerung und eines stärkeren Bewusstseins für Eigenverantwortung. Prävention spiele dabei eine wichtige Rolle, werde bislang jedoch nicht ausreichend genutzt.

Mit auf dem Podium saßen Prof. Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth (Hausärztinnen- und Hausärzteverband e.V.), Dr. Susanne Johna (Marburger Bund Bundesverband e.V.), Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Holzgreve (Executive School der Universität St. Gallen/Schweiz) und Torsten Rantzsch (Universitätsklinikum Düsseldorf). Die Moderation hatte Hauke Gerlof (Springer Medizin Verlag) übernommen.  

Holzgreve, Rantzsch, Preis, Gerlof, Buhlinger-Göpfarth, Johna (v.l.n.r.)


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