ABDA-Präsident bei Anhörung im Bundestag
ABDA-Präsident Thomas Preis nahm am gestrigen Montagnachmittag (22. Juni 2026) an der öffentlichen Anhörung zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz teil und sprach sich vehement gegen eine Erhöhung des Kassenabschlags aus. Der Gesundheitsausschuss des Bundestages hatte dazu nach Berlin in das Paul-Löbe-Haus eingeladen. Unter Leitung der Ausschussvorsitzenden Dr. Tanja Machalet (MdB, SPD) fand die Anhörung mit zahlreichen Sachverständigen und Verbänden statt, die vom Bundestag per Livestream übertragen wurde.
Auf eine Frage eines Ausschussmitglieds zur im Gesetz vorgesehenen Erhöhung des Kassenabschlags antwortete Preis, dass seit 2008 etwa jede fünfte Apotheke ihren Betrieb eingestellt hat. Deutschland liege bei der Apothekendichte im europäischen Vergleich weit hinten, so Preis. Die ABDA fordert deshalb die Streichung des im Gesetz geplanten, erhöhten Abschlags. Zur Erklärung: Im GKV-Spargesetz ist vorgesehen, dass die Apotheken für die Abgabe jedes Rx-Arzneimittels künftig 30 Cent mehr Rabatt an die Krankenkassen abtreten müssen – der sogenannte Kassenabschlag steigt von 1,77 auf dann 2,07 Euro.
Preis wies darauf hin, dass die Politik gerade erst die Unterfinanzierung der Apotheken festgestellt und deshalb die Erhöhung des Packungsfixums beschlossen habe. Die Schließungswelle ließe sich angesichts der geplanten Erhöhung des Abschlags nicht abfedern, sagte Preis. Nach Angaben des ABDA-Präsidenten verdient bei 30 Prozent aller Apotheken der Inhaber oder die Inhaberin weniger als seine oder ihre Beschäftigten. Preis zufolge verliert Deutschland im Durchschnitt zwei Apotheken pro Woche – sowohl auf dem Lande als auch in der Stadt.
Zum Hintergrund: Am 30. März 2026 hatte die vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) eingesetzte Finanzkommission Gesundheit (FKG) ihre Empfehlungen zur Stabilisierung des Beitragssatzes zur Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ab 2027 vorgelegt. Am 29. April 2026 legte das Bundeskabinett den Entwurf eines Gesetzes zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz) vor. Die 1. Lesung im Bundestag fand am 12. Juni 2026 statt. Am selben Tag gab bezog der Bundesrat Stellung zum Regierungsentwurf. Am 18. Juni übermittelte die ABDA ihre Stellungnahme an den Bundestag. Nach der öffentlichen Anhörung des Gesundheitsausschusses des Bundestages am 22. Juni 2026 findet nun u.a. noch die 2./3. Lesung im Bundestag statt.