Erdle: "Apotheken sind das soziale Netzwerk im realen Leben"

Franziska Erdle steht seit Jahresbeginn an der Spitze der ABDA – und das gleich in einer der turbulentesten Phasen der Apothekenbranche: der Debatte um die Apothekenreform. Im Interview mit der "Pharmazeutischen Zeitung" (26. Mai) gibt die neue Hauptgeschäftsführerin Einblick in ihre Motivation, ihre Ziele – und erklärt, warum ausgerechnet ein Paketshop ihr wertvollstes Feedback geliefert hat.

Zur ABDA zog sie nicht nur das gesundheitspolitische Umfeld, sondern auch die Überzeugung: "Apotheken sind klassischer Mittelstand" – und der brauche Stärkung. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hätten sich zuletzt deutlich verschlechtert, "insofern gibt es viel zu tun".

Gemeinsam mit der Stellvertretenden Hauptgeschäftsführerin Claudia Korf leitet sie das Haus im Tandem. Während Korf die fachspezifischen Bereiche verantwortet, liegen bei Erdle Recht, Kommunikation, Finanzen sowie die politische Arbeit auf nationaler und europäischer Ebene. "Ich bin ein 'Political Animal'", sagt sie – und das passe genau.

Den Protesttag der Apothekerschaft erlebte sie als eindrucksvolles Zeichen der Mobilisierungsfähigkeit des Berufsstands. "Mein persönliches Aha-Erlebnis war, als ich in meinem Paketshop um die Ecke darauf angesprochen wurde. Ob ich etwas damit zu tun hätte, dass die Apotheke heute geschlossen war. Es gab volle Unterstützung für unsere Anliegen in diesem Büdchen."

Für die Zukunft nennt Erdle die Primärversorgung als nächstes großes Thema – idealerweise gemeinsam mit Ärztinnen und Ärzten sowie Krankenkassen. Und den einen Satz, den sie dem Kanzler mitgeben würde? "Die Apotheken sind das soziale Netzwerk im realen Leben und Sie sollten alles daransetzen, diese Struktur zu erhalten."

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