Assistierte Telemedizin in Apotheken: ABDA-Präsident Preis im WDR-Interview
Thomas Preis, Präsident der ABDA und Vorsitzender des Apothekerverbandes Nordrhein, war am 10. Juli 2026 zu Gast in der TV-Sendung WDR Lokalzeit aus Düsseldorf. Im Studiogespräch ordnete er aktuelle Entwicklungen in der assistierten Telemedizin (aTM) ein und sprach über innovative, digitale Angebote, welche die Arbeit der Apotheken sinnvoll ergänzen können. Gleichzeitig unterstrich er die zentrale Rolle der Apothekerinnen und Apotheker als niedrigschwellige Ansprechpartner für Patientinnen und Patienten.
Seit dem 1. Juli 2026 können viele Patientinnen und Patienten die assistierte Telemedizin in teilnehmenden Apotheken in Anspruch nehmen. Assistierte Telemedizin unterstützt Patientinnen und Patienten dabei, eine ärztliche Videosprechstunde in Ihrer Apotheke zu nutzen – oder mithilfe eines strukturierten Ersteinschätzungsverfahrens zu prüfen, ob eine Videosprechstunde geeignet ist. Jede gesetzlich oder privat versicherte Person, die Assistenz bei einer telemedizinischen Leistung benötigt, kann eine assistierte Telemedizin-Leistung in der Apotheke in Anspruch nehmen. Dies trifft insbesondere auf Personen zu, die über kein geeignetes Endgerät verfügen oder aufgrund von besonderen Bedarfen und Bedürfnissen praktische oder technische Hilfestellungen benötigen. Auch bei einem dringenden Fall kann die Leistung angeboten werden.
Preis sieht die assistierte Telemedizin als Teil der Zukunft, die Sprechstunde aus der Apotheke stelle eine gute Lösung dar, um eine flächendeckende Arztversorgung in Gegenden mit weniger Ärztinnen und Ärzten oder außerhalb der Sprechzeiten von Praxen zu gewährleisten. „Das ist ein Teil der Zukunft, ganz klar“, betont ABDA-Präsident Thomas Preis. „Wir haben eine immer älter werdende Gesellschaft, aber die Ärzte werden auch immer älter. Wir werden weniger Hausärzte haben und dann ist so eine assistierte Telemedizin, also die Sprechstunde aus der Apotheke, in vielen Fällen eine gute Lösung auch noch eine flächendeckende Arztversorgung hinzubekommen in Gegenden, wo es weniger Ärzte gibt oder auch zu Zeiten wo die Arztpraxen geschlossen haben.“
Das Interview mit dem ABDA-Präsidenten wurde im Zusammenhang mit einem Bericht über eine neue Telemedizin-Box in einer Düsseldorfer Apotheke ausgestrahlt.