AOK-Publikation: Apotheken gehören ins Zentrum der Primärversorgung

Bei einer Neuorganisation der Primärversorgung dürfen die heilberuflichen Kompetenzen der Apotheken nicht außer Acht gelassen werden. Das betont ABDA-Präsident Thomas Preis in der von der AOK Rheinland/Hamburg herausgegebenen Publikation “IMPULSE” (10/2026).

“Apothekerinnen und Apotheker gehören ins Zentrum der Primärversorgung – nicht an den Rand”, so Preis. “Sie sind flächendeckend und niedrigschwellig erreichbar, sichern Therapien ab und machen pharmazeutische Kompetenz für Versicherte erlebbar.”

Besondere Bedeutung misst die ABDA dem Medikationsmanagement bei. “Gerade bei Patientinnen und Patienten, die mehrere Arzneimittel gleichzeitig einnehmen, entscheidet das Medikationsmanagement über Erfolg oder Risiko einer Therapie”, erklärt Preis und fügt hinzu: “Ohne ein systematisches Medikationsmanagement bleibt die Versorgung nur Stückwerk”. Preis fordert: “Wer Primärversorgung ernst meint, muss pharmazeutische Leistungen verbindlich einbauen, digital vernetzen und natürlich auch angemessen vergüten.”

Weitere Aufgaben sieht die ABDA beim Impfen sowie bei Prävention und Früherkennung. Auch als Anlaufstelle für digitale Anwendungen wie ePA und DiGAs sowie bei der Betreuung chronisch Kranker seien Apotheken wichtig, “um Therapieerfolge abzusichern und das Gesundheitssystem zu entlasten”. Die Primärversorgung durch Apotheken solle dabei “keine Parallelstruktur sein, sondern eine integrierte, niedrigschwellige, für die Menschen gut erreichbare Anlaufstelle, die Versorgung für Versicherte effektiv mitgestalten hilft.”

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