ABDA-Vizepräsidentin: Die "Apotheke der Zukunft" muss kommen
ABDA-Vizepräsidentin Dr. Ina Lucas fordert eine schnelle Umsetzung der in der Apothekenreform enthaltenen Punkte für die "Apotheke der Zukunft". Diese Weiterentwicklungen seien entscheidend, um die wohnortnahe Versorgung zu stärken und die Kompetenzen der Apothekenteams noch gezielter einzusetzen, so Lucas in einem Gastbeitrag für die Zeitschrift "Healthcare Marketing" (Februar 2026/Ausgabe 1-2).
Viele Vorschläge, die die ABDA bereits im April 2025 vorgestellt hatte, seien erfreulicherweise in den Reformplänen berücksichtigt worden. Lucas betont die besondere Lotsenfunktion der Apotheken im Gesundheitssystem: Sie seien die einzigen Heilberufler, die ohne Termin, barrierefrei und rund um die Uhr erreichbar sind. Durch Beratung, Problemlösung und Therapieunterstützung leisteten sie einen unverzichtbaren Beitrag zur Patientensicherheit – systemrelevant und weit mehr als ein Add-on.
Angesichts überlasteter Arztpraxen spricht sich Lucas dafür aus, Apothekenteams in definierten Ausnahmefällen stärker einzubinden, etwa indem sie bereits verordnete verschreibungspflichtige Arzneimittel eigenverantwortlich abgeben. Auch Impfungen und patientennahe Tests sollen ausgeweitet werden – Modellprojekte aus der Pandemie hätten ihre Alltagstauglichkeit bereits bewiesen.
Arzneimittel seien ein "besonderes Gut", das Expertise und Verantwortung erfordere. Deshalb müsse die Apotheke zentraler Vertriebskanal bleiben. Lucas: "Die Apotheke ist der Ort, an dem Menschen Vertrauen in das Gesundheitswesen fassen. Jetzt und - dafür kämpfe ich - auch in Zukunft".