25/16 Informationen der Hersteller: Rote-Hand-Brief zu Thalidomid: Virus-Reaktivierung und pulmonale Hypertonie

AMK / In Abstimmung mit der EMA und dem BfArM berichtet die Firma Celgene GmbH mit einem Rote-Hand-Brief über das Auftreten von Virus-Reaktivierungen, insbesondere Hepatitis-B (HBV) und Varicella-Zoster, unter Thalidomid-Behandlung. Unter den berichteten Fällen gab es schwerwiegende Verläufe mit ausgedehntem Herpes-Zoster und akutem Leberversagen bei HBV-Trägern.

Vor einer Behandlung mit Thalidomid muss der HBV-Status abgeklärt werden. Im Falle einer positiven Testung sollte ein Arzt mit Erfahrung in der HBV-Therapie hinzugezogen werden. Infizierte Patienten müssen engmaschig auf Zeichen einer entsprechenden Virus-Reaktivierung überwacht werden.
Daneben liegen der Firma Berichte über das Auftreten von pulmonaler Hypertonie vor, zum Teil mit tödlichem Verlauf. Daher sollten Patienten ebenso vor Beginn der Therapie auf Anzeichen einer kardiopulmonalen Grunderkrankung untersucht und während der Therapie daraufhin überwacht werden.
Das Zytostatikum Thalidomid wird in Kombination mit Melphalan und Prednison eingesetzt zur Erstlinienbehandlung von Patienten mit unbehandeltem multiplem Myelom ab einem Alter von ≥ 65 Jahren oder wenn eine hochdosierte Chemotherapie nicht in Frage kommt.

Bitte melden Sie UAW-Verdachtsfälle im Zusammenhang mit Thalidomid der AMK (www.arzneimittelkommission.de). /

Quellen
Celgene an AMK (E-Mail-Korrespondenz); Rote-Hand-Brief zu Thalidomide Celgene®. (20. Juni 2016) [Pharm. Ztg. 2016 (161) 25:99]