PZ 39/12 Information: Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren und Clostridium difficile-assoziierten Diarrhöen: Ein möglicher Zusammenhang?
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Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren und Clostridium difficile-assoziierten Diarrhöen: Ein möglicher Zusammenhang?
AMK / Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde (FDA) hat auf einen möglichen Zusammenhang zwischen der Anwendung von Protonenpumpeninhibitoren (PPIs) und dem Auftreten von Clostridium difficile-assoziierten Diarrhöen (CDAD) hingewiesen [1]. Der Warnhinweis der FDA wurde auf der Grundlage von Fallberichten aus dem Datenregister für unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) der FDA und der Auswertung von 28 Beobachtungsstudien formuliert. Die FDA weist darauf hin, dass in den ausgewerteten Fällen das Auftreten von CDAD primär bei geriatrischen Patienten festgestellt wurde, die zudem an weiteren chronischen Erkrankungen litten oder/und mit Breitspektrum-Antibiotika behandelt wurden. Obwohl diese Punkte bereits per se Risikofaktoren darstellen, an einer CDAD zu erkranken, ist es wahrscheinlich, dass PPIs das Risiko additiv erhöhen. In zwei kürzlich publizierten Meta-Analysen wurde dieser vermutete Zusammenhang erneut festgestellt [2,3]. Beide Studien berichteten für eine Ko-Medikation mit PPI ein signifikant erhöhtes Risiko, an einer CDAD zu erkranken. Symptome einer Clostridium difficile-assoziierten Diarrhoe sind wässriger Stuhl, Schmerzen im Abdomen und Fieber. Patienten, die diese Symptome anhaltend unter der Therapie mit PPIs zeigen, sollten umgehend einen Arzt konsultieren, um eine CDAD diagnostisch abklären zu lassen. Zu bedenken ist, dass Clostridium difficile-Erkrankungen zeitlich verzögert erst 4 bis 6 Wochen nach Absetzen einer Antibiose auftreten können. Gemäß den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes werden zur Ersttherapie primär Metronidazol (4 x 250 mg oder 3 x 500 mg, oral oder i.v.) und um die Selektion von Vancomycin-resistenten Enterokokken zu vermeiden, nur bei schweren und rezidivierenden Verläufen Vancomycin (4 x 125 mg, oral!) empfohlen [4]. Eine Kombination beider Wirkstoffe ist bei besonders schweren Verläufen möglich. Als weitere Therapieoption steht in Großbritannien bereits das von der EMA zentral zugelassene Antibiotikum Fidaxomicin zu Verfügung [5]. Infektionen mit Clostridium difficile haben in den letzten Jahren besonders im Krankenhaus an Bedeutung gewonnen, da die Prävalenz der Erkrankungen aber auch die Virulenz des Erregers zunimmt. /
Quellen:
[1] FDA Drug Safety communication: Clostridium difficile-associated diarrhea can be associated with stomach acid drugs known as proton pump inhibitors www.fda.gov/drugs/drugsafety/ucm290510.htm
[2] Janarthanan, S. et al., 2012, Am. J. Gastroenterol. 107(7) 1001-1010
[3] Kwok, C.S. et al., 2012, Am. J. Gastroenterol. 107(7) 1011-1019
[4] Infektionskrankheiten A – Z, Clostridium difficile www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Clostridium.html?nn=2386228#doc2393684bodyText21
[5] Deficlir®: summary of product characteristics www.ema.europa.eu/ema/index.jsp?curl=pages/medicines/human/medicines/002087/human_med_001511.jsp&mid=WC0b01ac058001d124