PZ 33/12 Dosisabhängige Verlängerung des QTc-Intervalls durch Ondansetron (Zofran®)
InformationDosisabhängige Verlängerung des QTc-Intervalls durch Ondansetron (Zofran®)AMK / Die Firma GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG informiert durch einen „Dear-Health-Care-Professional-Brief“ an Onkologen, Krankenhausapotheken und Krankenhaus-versorgende Apotheken über eine neue Einschränkung für die intravenöse Dosierung von Ondansetron (zum Beispiel Zofran®), da dieses das frequenzkorrigierte QT-Intervall (QTc) im Elektrokardiogramm dosisabhängig verlängert. Der Inhalt des Briefes wurde mit dem BfArM und der EMA abgestimmt. • Eine Einzeldosis von intravenös appliziertem Ondansetron zur Prävention von Chemotherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechen (CINV) bei Erwachsenen darf 16 mg (infundiert über mindestens 15 Minuten) nicht überschreiten.
• Patienten mit angeborenem Long-QT-Syndrom sollen nicht mit Ondansetron behandelt werden.
• Bei Patienten, bei denen sich ein verlängertes QT-Intervall oder eine Herzrhythmusstörung entwickeln kann, soll Ondansetron mit Vorsicht angewendet werden. Dazu gehören Patienten mit Elektrolytstörungen, Herzinsuffizienz, Bradyarrhythmien sowie Patienten, die andere Arzneimittel einnehmen, die Elektrolytstörungen hervorrufen. Eine Hypokaliämie oder Hypomagnesiämie soll vor der Anwendung von Ondansetron korrigiert werden.
• Ondansetron soll mit Vorsicht angewendet werden, wenn es zusammen mit Zytostatika oder anderen Arzneimitteln gegeben wird, die das QT-Intervall verlängern.
• Die Dosierungsempfehlungen für oral eingenommenes Ondansetron bei CINV bei Erwachsenen bleiben unverändert.
• Die Dosierungsempfehlungen von intravenös appliziertem Ondansetron zur Prophylaxe und Therapie von Übelkeit und Erbrechen nach Operationen (PONV) bei Erwachsenen bleiben unverändert.
• Die empfohlenen intravenösen oder oralen Dosierungen für alle Indikationen bei Kindern und Jugendlichen bleiben unverändert.
Die AMK weist im Zusammenhang mit der Problematik von QT-Zeit-Verlängerungen und lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen (Torsade de Pointes, TdP) auf das Risikopotenzial weiterer Arzneimittel hin, wie Antiarrhythmika der Klassen IA und III, Antipsychotika (z. B. Phenothiazin-Derivate, Pimozid, Haloperidol), trizyklischen Antidepressiva, bestimmten antimikrobiellen Wirkstoffen (z. B. Moxifloxacin, Erythromycin intravenös, Pentamidin, Antimalaria-Mittel) und bestimmten Antihistaminika (Terfenadin, Mizolastin).
Kürzlich war auch die Anwendung von Citalopram und Escitalopram wegen QT-Zeit-verlängernder Effekte eingeschränkt worden (Pharm. Ztg. Nr. 44 vom 3. November 2011, Seite 101, und Nr. 7. vom 16. Februar 2012, Seite 113). / Quellen:
- GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG: Ondansetron (Zofran®) - Dosisabhängige Verlängerung des QTc-Intervalls (Dear-Health-Care-Professional-Brief vom 14. August 2012)
- Arizona Center for Education and Research on Therapeutics (CERT): QT Drug Lists (www.qtdrugs.org/)