Apothekenreform: ABDA-Präsident Preis im Interview mit "Prisma"

Die Fernsehbeilage "Prisma" hat in ihrer aktuellen Ausgabe (17. August) ein Interview mit ABDA-Präsident Thomas Preis veröffentlicht. Darin erläutert er, welche neuen Aufgaben Apotheken künftig im deutschen Gesundheitssystem übernehmen könnten und warum diese Erweiterung aus seiner Sicht dringend notwendig ist.

Preis verweist auf die besondere Stellung der Apotheken: Sie seien flächendeckend präsent, wohnortnah erreichbar und genössen in der Bevölkerung ein hohes Vertrauen. "Dank des vor Kurzem in Kraft getretenen Apothekenreformgesetzes werden die Apotheken viele neue pharmazeutische Dienstleistungen anbieten können", prognostiziert Preis. Er geht davon aus, dass die Patientenversorgung schneller und effizienter werden kann, wenn Apotheken mehr Kompetenzen in der Primärversorgung übernehmen.

So könnten Impfungen künftig verstärkt in Apotheken durchgeführt werden. Geschultes pharmazeutisches Personal soll Erwachsene mit verschiedenen Impfstoffen versorgen können, etwa gegen Tetanus oder FSME. "Die schlechten Impfquoten in Deutschland könnten durch das niedrigschwellige Angebot spürbar erhöht werden", verspricht sich Preis von den Neuerungen.

Darüber hinaus seien weitere medizinische Leistungen vorgesehen, darunter venöse Blutentnahmen, Schnelltests auf bestimmte Erreger wie Influenza-, Noro- oder Rotaviren sowie eine verbesserte Versorgung bei akuten, unkomplizierten Erkrankungen. "Auf diese Weise können Arztpraxen und auch die Notfallambulanzen deutlich entlastet werden. Zudem erreichen Apotheken auch solche Bevölkerungsgruppen, die gar keinen Hausarzt haben. Insbesondere bei der venösen Blutabnahme für weitere Testungen gehen wir davon aus, dass das viele Bürgerinnen und Bürger nutzen werden", führt Preis weiter aus.

Ein weiterer wichtiger Schritt sei die Möglichkeit, in bestimmten Fällen rezeptpflichtige Medikamente auch ohne vorheriges Rezept abzugeben, etwa zur Anschlussversorgung chronisch kranker Menschen oder bei einfachen akuten Beschwerden. Ausgenommen blieben beispielsweise Antibiotika oder Arzneimittel mit Abhängigkeitspotenzial.

"Prisma" ist eine wöchentlich erscheinende Fernsehbeilage zu mehr als 250 deutschen Tageszeitungen. Mit einer Auflage von 8,3 Millionen Exemplaren einschließlich der elektronischen Ausgabe (laut IVW) gilt sie als Deutschlands auflagenstärkste Zeitungsbeilage.