44/12 Information: Gemeinsame Verbraucherinformation zur Anwendung von Vitamin D der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, des Bundesinstituts für Risikobewertung und des Max Rubner-Instituts

Gemeinsame Verbraucherinformation zur Anwendung von Vitamin D der Deutschen Gesellschaft für Ernährung , des Bundesinstituts für Risikobewertung und des Max Rubner-Instituts

AMK / Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat zusammen mit dem Max Rubner-Institut (MRI) und dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Informationen zu häufig gestellten Verbraucherfragen zur Anwendung von Vitamin D zusammengestellt [1]. Der geschätzte Tagesbedarf an Vitamin D liegt demnach für Kinder, Jugendliche und Erwachsene bei 20µg/d, (ca. 800 I.E. Colecalciferol) und entspricht der Menge, die substituiert werden müsste, wenn keine körpereigene Produktion erfolgen würde [1,2]. Bedingt durch die körpereigene, UV-Licht-abhängige Synthese von Vitamin D, reicht in den Monaten März bis Oktober eine Sonnenlichtexposition zwischen 5 und 25 Minuten zur Mittagszeit aus, um diesen Bedarf zu decken. Hierfür ist es notwendig, dass ca. 1/4 der Körperoberfläche, wie Gesicht, Hände und Teile der Arme und Beine lichtexponiert sind. Durch die Speicherfähigkeit von Vitamin D im Fett- und Muskelgewebe ist es möglich, den Bedarf auch in den Wintermonaten zu decken, in denen die Sonnenbestrahlung in der Regel nicht ausreichend stark ist[1]. Es wird davon ausgegangen, dass im Mittel unter den üblichen Lebensbedingungen ca. 80 Prozent des benötigten Vitamin D endogen synthetisiert werden und der verbleibende Anteil über die Nahrung gedeckt werden kann. So enthalten Molkereiprodukte beispielsweise 0,09 - 7,5 µg , fette Meerwasserfische 4 - 25 µg/100 g und Leber verschiedener Tiere ca. 0,33 – 1,7 µg Vitamin D3/100 g [1,2].

Eine zusätzliche Vitamin D-Supplementierung wird nur bei Verdacht auf Vitamin D-Mangel und bei Risikopatienten empfohlen[1]. Zum Vergleich nennen die aktuellen Leitlinien des Dachverbandes Osteologie für die Basistherapie der Osteoporose die pauschale, tägliche Supplementierung von 800-2000 I.E. Vitamin D [3]. Eine weitere wichtige Risikogruppe stellen ältere Menschen dar. Neben der generell im Alter verminderten Vitamin D-Syntheseleistung kann eine reduzierte Immobilität zu einer verkürzten Aufenthaltsdauer im Freien und somit zu einem Mangel an Vitamin D führen. In diesem Zusammenhang ist es von Interesse, dass eine gute Vitamin D-Versorgung bei älteren Menschen erwiesenermaßen das Risiko für Stürze, Knochenbrüche, Mobilitäts- und Gleichgewichtseinbußen sowie vorzeitigen Tod senken kann [1]. Auch Säuglinge stellen eine Risikogruppe für eine Unterversorgung mit Vitamin D dar, weshalb eine Vitamin D-Supplementierung von 10µg/d im ersten Lebensalter empfohlen wird [2]. Von einer unkontrollierten Supplementierung von Vitamin D ohne explizite Nutzen-Risiko-Abwägung wird aufgrund potentieller Nebenwirkungen, die bei Überdosierung auftreten können, abgeraten. Hierzu gehört insbesondere die Hyperkalziämie mit der Gefahr von Nephrolithiasis, Nephrokalzinose oder Herzrhythmusstörungen. /

Quellen:
[1] Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin D, Gemeinsame FAQ des BfR, der DGE und des MRI vom 22. Oktober 2012, www.bfr.bund.de/de/ausgewaehlte_fragen_und_antworten_zu_vitamin_d-131898.html
[2] Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr Vitamin D, 1. Auflage, 4. korrigierter Nachdruck 2012, www.dge.de/pdf/ws/Referenzwerte-2012-Vitamin-D.pdf
[3] DVO-Leitlinie 2009 zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei Erwachsenen,
www.dv-osteologie.org/uploads/leitlinien/DVO-Leitlinie%202009%20Langfassung_Druck.pdf