33/13 Information: Ambroxol-haltige Injektionslösungen (Mucosolvan®): Kompatibilitätsprobleme beim Verdünnen mit Glucoselösung
InformationAmbroxol-haltige Injektionslösungen (Mucosolvan®): Kompatibilitätsprobleme beim Verdünnen mit Glucoselösung AMK / Die Firma Boehringer Ingelheim GmbH & Co. KG informiert über aktuelle Erkenntnisse aus einer Untersuchung zur Kompatibilität von Mucosolvan® (Ambroxolhydrochlorid) Injektionslösung 15 mg/2 ml mit kommerziell verfügbarer 5% Glucoselösung. Neben der Anwendung als Injektion, werden in den Gebrauchs- und Fachinformationen des Produktes, Angaben zur Verdünnung und anschließenden Gabe als Tropfinfusion gegeben.
Als kompatible Lösungen werden Glucoselösung 5%, Ringer-Lösung und physiologische NaCl-Lösung genannt. Aktuelle Untersuchungen zeigten nun, dass es bei der Mischung mit 5%-iger Glucoselösung verstärkt zur Bildung eines bekannten Abbauproduktes (N-A 873 CL) gekommen ist. Das Abbauprodukt N-A 873 CL ist in der Ambroxolhydrochlorid-Monographie des Europäischen Arzneibuches als Verunreinigung B aufgeführt.
Die Bildung des Abbauproduktes geschieht in Gegenwart von Formaldehyd, das in allen Glucoselösungen in Spuren enthalten ist, nicht jedoch in Ringer-Lösung und NaCl-Lösung. Die Bildung des Abbauproduktes geschieht in Abhängigkeit vom Formaldehydgehalt der jeweiligen Glucoselösung. In der Kompatibilitätsuntersuchung von Boehringer Ingelheim wurden so Konzentrationen des Abbauproduktes bis 5,6 Prozent nachgewiesen. In weiteren Untersuchungen des Herstellers mit generischen Ambroxol-Injektionslösungen, 15 mg/2 ml und 30 mg/50 g (Lyophylisat) wurden vergleichbare Mengen des Abbauproduktes beobachtet, wenn diese mit kommerziellen Glucoselösungen 5 % verdünnt wurden. Die toxikologische Beurteilung des Abbauproduktes ist bislang nur für Dosen erfolgt, die einem Zehntel derer entsprechen, die sich gemäß der aktuellen Daten als maximale Exposition des Menschen ergeben könnte. Die bisherigen Untersuchungen zeigten keinerlei mutagenes oder toxisches Potential. Mit dem Abschluss der toxikologischen Untersuchungen für die erhöhte Exposition wird bis Ende 2013 gerechnet. Eine Verdünnung mit Glucoselösung wird daher von Boehringer Ingelheim nicht mehr für Mucosolvan® Injektionslösung empfohlen, die entsprechenden Passagen werden aus den Produkt- und Fachinformationen gestrichen. Eine Verdünnung kann weiterhin mit Ringer-Lösung und physiologischer NaCl-Lösung erfolgen. Für weitere medizinische Fragen steht die Firma Boehringer Ingelheim GmbH & Co. KG unter der Telefonnummer 0800 7790 900 zur Verfügung. / Quellen
Boehringer Ingelheim Pharma GmbH; Mucosolvan® Injektionslösung Ambroxol-HCl Injektionslösung – Mischen mit kommerziell verfügbaren 5%igen Glucose-Infusionslösungen. unter www.bfarm.de/SharedDocs/1_Downloads/DE/Pharmakovigilanz/roteHandBriefe/2013/info-mucosolvan.pdf?__blob=publicationFile (9. August 2013)