3/13 Information: Zolpidem, Wirklatenz und morgendliche Sedierung unter Standarddosierung
InformationZolpidem, Wirklatenz und morgendliche Sedierung unter Standarddosierung AMK / Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA weist in einer aktuellen Risikoinformation auf eine reduzierte morgendliche Vigilanz und verminderte Fahrtüchtigkeit nach Anwendung von Zolpidem hin und ordnet eine Überarbeitung der Dosierungsempfehlungen an [1].
Das den Benzodiazepinen ähnlich wirkende Zolpidem ist als Hypnotikum zur Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen zugelassen. Die empfohlene Dosis für Erwachsene, welche unmittelbar vor dem Schlafengehen eingenommen und nicht überschritten werden sollte, beträgt 10 mg Zolpidem [2]. Die Dauer der Behandlung sollte so kurz wie möglich sein; im Allgemeinen sollte die Einnahmedauer nur wenige Tage bis circa 2 Wochen betragen bzw. einschließlich der schrittweisen Absetzphase 4 Wochen nicht übersteigen [2].
Aufgrund der vergleichsweise kurzen Halbwertszeit und dem schnellen Wirkeintritt gilt eine morgendliche Sedierung nach Anwendung von Zolpidem als unwahrscheinlich, wenn die in den Produktinformationen empfohlene Nachtruhe von sieben bis acht Stunden eingehalten wird [3-4]. Anlässlich aktueller Studien, die der FDA vorliegen, kann jedoch angenommen werden, dass auch bei Beachtung der Anwendungshinweise bei einem relevanten Anteil der Patienten am nächsten Morgen noch wirksame Zolpidem-Plasmaspiegel messbar sind.
Bereits seit längerem ist bekannt, dass Zolpidem eine unterschiedlich lange Halbwertszeit für Männer und Frauen aufweist [5]. Im Einklang dazu zeigten die vorliegenden Studien insbesondere bei weiblichen Patienten noch wirksame morgendliche Zolpidem-Spiegel. [1]. Für ihren Zuständigkeitsbereich, die USA, reduzierte die FDA die Angaben zur Dosierung für Frauen auf 5 mg/d. Für männliche Patienten soll der behandelnde Arzt abwägen, ob im Einzelfall eine Dosis höher als 5 mg/d notwendig ist. Die in Hinblick auf die morgendliche Restwirkung von der FDA als besonders problematisch identifizierten Retard-Formulierungen von Zolpidem, sind in Deutschland nicht im Handel.
Die AMK möchte anlässlich dieser Risiko-minimierenden Maßnahme der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA zu Zolpidem erneut auf das Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial von Benzodiazepin-Analoga hinweisen. Die WHO hat die Benzodiazepin-Analoga hinsichtlich des Abhängigkeitspotenzials den Benzodiazepinen gleichgestellt. Weiterführende Informationen und Beratungshilfen dazu finden Sie im Leitfaden für die apothekerliche Praxis: Medikamente: Abhängigkeit und Missbrauch [6]. / Quellen: [1] Risk of next?morning impairment after use of insomnia drugs; FDA requires lower recommended doses for certain drugs containing zolpidem (Ambien, Ambien CR, Edluar, and Zolpimist) www.fda.gov/downloads/Drugs/DrugSafety/UCM335007.pdf [2] Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Fachinformation Stilnox® (Stand 04/2012) [3] Greenblatt et al., Zolpidem for insomnia. Expert Opin Pharmacother. 2012 Apr;13(6):879-93. [4] Holm et al., Zolpidem: an update of its pharmacology, therapeutic efficacy and tolerability in the treatment of insomnia. Drugs. 2000 Apr;59(4):865-89.
[5] Hoehns et al., Zolpidem: a nonbenzodiazepine hypnotic for treatment of insomnia. Clin Pharm. 1993 Nov;12(11):814-28.
[6] Bundesapothekerkammer; Leitfaden für die apothekerliche Praxis: Medikamente: Abhängigkeit und Missbrauch (Stand 10/2011), unter www.abda.de/fileadmin/assets/Pressetermine/2011/Symposium_Medikamentenmissbrauch/Suchtleitfaden_2011_final.pdf