26/14 Information der Hersteller: Informationsbrief: Potentiell gefährliche Bradykardien im Zusammenhang mit der Anwendung von Procoralan® (Ivabradin)
Informationsbrief: Potentiell gefährliche Bradykardien im Zusammenhang mit der Anwendung von Procoralan® (Ivabradin) AMK / Die Firma Servier Deutschland GmbH informiert in Abstimmung mit den Behörden über ein neu zu bewertendes Risiko im Zusammenhang mit Procoralan® (Ivabradin), das bei der Vorabauswertung der klinischen SIGNIFY-Studie aufgefallen war.
Procoralan® wird zur symptomatische Behandlung der chronischen stabilen Angina pectoris bei Erwachsenen mit koronarer Herzkrankheit und normalem Sinusrhythmus angewendet, wenn eine Unverträglichkeit für Betablocker vorliegt oder Betablocker kontraindiziert sind beziehungsweise in Kombination mit Betablockern bei Patienten, die mit einer optimalen Betablockerdosis unzureichend eingestellt sind und deren Herzfrequenz > 60 Schläge pro Minute ist. Ivabradin ist ebenfalls indiziert bei chronischer Herzinsuffizienz der NYHA-Klasse II bis IV mit systolischer Dysfunktion, bei Patienten im Sinusrhythmus mit einer Herzfrequenz ? 75 Schläge pro Minute, in Kombination mit Standardtherapie einschließlich Betablocker oder wenn Betablocker kontraindiziert sind oder eine Unverträglichkeit vorliegt. Die SIGNIFY-Studie verglich die Wirksamkeit von Ivabradin mit Placebo in Hinblick auf das Auftreten von kardiovaskulären Ereignissen bei Patienten mit KHK ohne klinische Herzinsuffizienz. Die in der Studie verwendete Dosis lag dabei höher, als die gegenwärtig zugelassene Dosierung.
Ivabradin zeigte für die Gesamtstudienpopulation keine signifikante Auswirkung auf den primären zusammengesetzten Endpunkt, bestehend aus kardiovaskulärem Tod oder nicht tödlichem Myokardinfarkt. In einer vorab definierten Untergruppe der Patienten mit symptomatischer Angina pectoris (CCS Grad 2 oder höher) wurde zudem ein statistisch signifikanter Anstieg des primären Endpunktes bei den mit Ivabradin-behandelten Patienten gesehen. In dieser Studie war die Inzidenz von Bradykardien unter Ivabradin relativ hoch (17,9 % gegenüber 2,1 % in der Placebo-Gruppe, wobei mehr als 30% der Patienten in der Ivabradin-Gruppe wenigstens einmal eine Ruheherzfrequenz von unter 50 Schlägen pro Minute erreichten). Es wird vermutet, dass die nachteiligen kardiovaskulären Studienergebnisse hiermit in Zusammenhang stehen könnten, die endgültige Auswertung der Studie ist jedoch noch nicht abgeschlossen.
Servier erinnert daran, dass die Dosis reduziert werden muss, wenn die Ruheherzfrequenz dauerhaft absinkt oder wenn der Patient Bradykardie-assoziierte Symptome wie Schwindel, Müdigkeit oder Hypotonie wahrnimmt, dies kann auch eine Dosis von 2,5 mg zweimal täglich bedeuten. Die Behandlung muss abgebrochen werden, wenn die Ruheherzfrequenz zu niedrig wird oder wenn Bradykardie-Symptome unter Ivabradin fortbestehen. Die übliche empfohlene Startdosis von Ivabradin ist 5 mg zweimal täglich. Die Erhaltungsdosis sollte 7,5 mg zweimal täglich nicht überschreiten. Die Dosis sollte erst nach drei bis vier Wochen Behandlung auf 7,5 mg zweimal täglich erhöht werden, wenn das therapeutische Ansprechen mit 5 mg zweimal täglich unzureichend ist und wenn die 5 mg Dosierung gut vertragen wird. Die Auswirkung einer Dosiserhöhung auf die Herzfrequenz sollte sorgfältig überwacht werden. Die gleichzeitige Gabe von Ivabradin mit Herzfrequenz-reduzierenden Calciumkanalblockern wie zum Beispiel Verapamil oder Diltiazem soll vermieden werden. Unter einer Behandlung mit Ivabradin sollten die Patienten sorgfältig bezüglich des Auftretens einer zu niedrigen Ruheherzfrequenz beziehungsweise Bradykardie-Symptomen überwacht werden.
Für weitere Fragen zu diesem Informationsschreiben steht die medizinisch-wissenschaftliche Abteilung der Servier Deutschland GmbH unter der Telefonnummer 089 57095-01 zur Verfügung. Bitte melden Sie alle Verdachtsfälle zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen, die im Zusammenhang mit der Anwendung von Ivabradin bekannt gewordenen sind, an die AMK (www.arzneimittelkommission.de). / Quellen
Servier Deutschland GmbH; Informationsbrief: Potentiell gefährliche Bradykardien im Zusammenhang mit der Anwendung von Procoralan® (Wirkstoff Ivabradin) - Erinnerung bezüglich der Anwendungsbedingungen von Procoralan zur Vermeidung potentiell gefährlicher Bradykardien bei der symptomatischen Behandlung der chronischen stabilen Angina pectoris. www.bfarm.deà Pharmakovigilanz à Risikoinformationen à Rote-Hand-Briefe und Informationsbriefe (11. Juni 2014)