Zukunft der Apotheken: Lucas im KPMG-Magazin
ABDA-Vizepräsidentin Dr. Ina Lucas hat in einem Interview mit dem Fachmagazin "Gesundheitsbarometer" der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG verdeutlicht, wie der Wandel in der wohnortnahen Versorgung greifbar wird. Sie sieht Apotheken als tragende Säulen einer modernen Gesundheitslandschaft, in denen digitale Anwendungen und persönliche Beratung ineinandergreifen, um neue Formen patientennaher Versorgung zu ermöglichen.
"Unser Positionspapier 'In eine gesunde Zukunft mit der Apotheke' soll genau diese Richtung in die Zukunft weisen. Ein Beispiel: Wir wollen Betroffenen in Notfallsituationen besser helfen können. Wenn es im Notfall etwa möglich wäre, uns gut bekannten Patientinnen oder Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck auch ohne ärztliche Verordnung mit einer Medikamentenpackung auszuhelfen, zum Beispiel kurz vor dem Wochenende, könnten wir dadurch Notfallpraxen und Rettungsstellen entlasten", so Lucas. Auch in der Prävention lasse sich einiges tun, was gesellschafts- und gesundheitspolitisch sinnvoll sei. "Wir können etwa das Impfangebot ausweiten sowie Beratungen bei Früherkennung, Screening und Monitoring in Apotheken realisieren, zum Beispiel im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf- und tabakassoziierten Erkrankungen", fügte sie hinzu.
Zur Digitalisierung merkte Lucas an: "In den Apotheken findet die Digitalisierung schon seit Langem statt – ob bei Wareneinkauf, Fälschungsschutz oder Rezeptabrechnungen. Spätestens mit dem E-Rezept und der E-Patientenakte wird die Digitalisierung nun auch im Alltag der Patientinnen und Patienten sichtbar." Insgesamt brauche der demografische Wandel eine Effizienzsteigerung, um handlungsfähig zu bleiben. Lucas: "Ich halte es auch für klug, dass wir solche digitalen Angebote machen. Denn immer mehr Menschen suchen online nach Versorgungsstrukturen – und wir können ihnen helfen, kompetente Ansprechpersonen in der Apotheke vor Ort zu finden."
Eine Apotheke könne nur dann als Ansprechpartnerin vor Ort dienen, wenn es sie überhaupt noch gebe und wenn sie in erreichbarer Nähe sei, so die ABDA-Vizepräsidentin. "Derzeit schließen mehr als 500 Apotheken pro Jahr für immer ihre Türen. Diesen Abwärtstrend aufhalten können wir nur mit einer fairen Vergütung, die seit 20 Jahren kaum mehr angepasst wurde und deshalb im Sinne eines Nothilfeprogramms nun dringend vom Gesetzgeber erhöht werden muss", machte sie klar.
Das Interview ist in der aktuellen Ausgabe vom "Gesundheitsbarometer" (03/25) erschienen. Nach eigenen Angaben gehört die KPMG zu den führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen in Deutschland und ist mit mehr als 14.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an 28 Standorten präsent.