BAK‑Vizepräsidentin macht den Hausmittel-Check

Die Vizepräsidentin der Bundesapothekerkammer Franziska Scharpf erklärt in einem FOCUS-Videointerview welche Hausmittel helfen und welche eher nicht. "Sinnvoll sind vor allem einfache Hausmittel wie Tees, zum Beispiel Thymian- oder Salbeitee", so Scharpf. Diese können bei Erkältungsbeschwerden wohltuend wirken. "Honig kann bei Husten oder Halskratzen helfen", sagt sie, mahnt aber zur vorsichtigen Anwendung bei Kindern. Auch Zwiebelsäckchen bei Ohrenschmerzen nennt sie als klassisches Hausmittel.

Kritisch äußert sich Scharpf zu vermeintlich "entgiftenden" Anwendungen wie Aktivkohle. "Was man, glaube ich, überschätzt, sind Aktivkohlepräparate zur Entgiftung", stellt sie klar. Diese können auch gefährlich werden, da Aktivkohle nicht nur Schadstoffe, sondern auch "Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente" bindet. Grundsätzlich gelte: "Der Körper entgiftet nicht über den Darm, sondern über Leber und Niere."

Mit dem Mythos Cola und Salzstangen bei Durchfall räumt sie ebenfalls auf und rät stattdessen zu Elektrolytlösungen. "Cola enthält sehr viel Zucker und fördert den Durchfall gleichzeitig", erklärt sie. Salzstangen liefern außerdem nur Natrium, aber kein Kalium, das der Körper bei starkem Flüssigkeitsverlust ebenfalls dringend braucht.

Bei der Hausapotheke empfiehlt sie eine bedarfsgerechte Ausstattung. "Also, es kommt drauf an, wie sozusagen die Familie oder wie der Haushalt zusammengesetzt ist", so die BAK-Vizepräsidentin. "Aber sagen wir mal Schmerz und Fiebermittel sollten dabei sein. Präparate für Erkältungskrankheiten, Halsschmerzen, Husten." Auch Allergie-, Verbands- und Desinfektionsmittel gehörten dazu. Scharpf: "Gehen Sie in die Apotheke vor Ort." Die individuelle Beratung sei ganz wichtig.

Der FOCUS hat das gesamte Interview veröffentlicht und plant in den kommenden Wochen einzelne Ausschnitte online zu stellen.

zurück zur Übersicht