Substitution: AMK zu Gast beim Rheumatologen-Verband
Die Substitution von Arzneimitteln in der Apotheke gehört zum Versorgungsalltag – doch welche Auswirkungen hat sie auf Therapie und Praxis? Dieser Frage widmete sich ein Panel mit Podiumsdiskussion auf dem diesjährigen Kongress des Berufsverbandes Deutscher Rheumatologen am 24. und 25. April in Berlin. Als Experte eingeladen war Dr. André Said, Leiter der Geschäftsstelle der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). In dem Forum tauschten die Teilnehmenden Erfahrungen aus, diskutierten Herausforderungen und beleuchteten Perspektiven der Substitution.
Im Fokus standen dabei sowohl die rechtlichen Rahmenbedingungen der Arzneimittelabgabe als auch die praktische Umsetzung im Versorgungsalltag – insbesondere an der Schnittstelle zwischen ärztlicher Verordnung und Abgabe in der Apotheke. Ein zentrales Thema waren die neuen Austauschregeln für Biologika. Dr. Said machte deutlich, dass aus Sicht der AMK mit der Substitution – auch und gerade von Biologika – insbesondere dann Risiken für die Arzneimitteltherapiesicherheit bestehen, wenn der Austausch nicht strukturiert, patientenindividuell bewertet und fachlich begleitet erfolgt.
Vor diesem Hintergrund komme der Pharmakovigilanz eine zentrale Bedeutung zu. Sie diene nicht nur der Erfassung und Bewertung von Nebenwirkungen, sondern auch der frühzeitigen Identifikation von Anwendungsproblemen, Adhärenz-Schwierigkeiten oder Medikationsfehlern, die im Zusammenhang mit einem Präparatewechsel auftreten können.
"Die Apothekerinnen und Apotheker sind hierbei wichtige Akteure. Sie sind oft die ersten, die Rückmeldungen von Patientinnen und Patienten erhalten, etwa zu veränderten Wirkungen, Anwendungsproblemen oder neuen Beschwerden nach einem Präparatewechsel", hatte Said erst kürzlich in einem Interview mit der "Deutschen Apotheker Zeitung" (14/2026) betont. Diese Informationen müssten ernst genommen, fachlich eingeordnet und – sofern erforderlich - an die AMK gemeldet werden.
"Wird die Biologika Substitution sachgerecht umgesetzt, kann sie zur wirtschaftlichen Versorgung beitragen, ohne die Qualität der Therapie zu beeinträchtigen", so Said. Voraussetzung sei jedoch, dass Ärztinnen und Ärzte sowie Apothekerinnen und Apotheker sich ihrer gemeinsamen Verantwortung für Arzneimitteltherapiesicherheit, eine verlässliche Therapiefortführung und patientenverständliche Kommunikation bewusst sind und eng zusammenarbeiten.
Die Diskussion verdeutlichte insgesamt, dass Substitution einer sorgfältigen Abwägung im Einzelfall bedarf – insbesondere bei komplexen Therapien, wie sie in der Rheumatologie häufig vorkommen.
Um Biologika geht es auch beim DAV-Wirtschaftsforum in der kommenden Woche (5./6.5.) in Berlin. Beim Panel "Austausch um jeden Preis? Biosimilars in der Apothekenrealität" werden BMG-Abteilungsleiter Thomas Müller, der DAV-Vorsitzende Dr. Hans-Peter Hubmann und Prof. Dr. Theo Dingermann vertreten sein.