CSU-Fraktion fordert Rx-Versandverbot
Die CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag setzt sich klar für den Erhalt der Vor-Ort-Apothekenversorgung ein. Die Apothekenreform sei dabei ein wichtiger Schritt, heißt es in einer Pressemitteilung (26.6.). Darüber hinaus fordert die Fraktion ein Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Medikamenten sowie faire und gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Apotheken. Konkret betrifft das die Einhaltung von Kühlketten und Nachweispflichten - vor allem aber die Zuzahlungen, die im Rahmen der GKV-Reform steigen sollen.
Der gesundheitspolitische Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, Bernhard Seidenath, betonte: "Ein elementarer Baustein hierfür sind gleiche Wettbewerbsbedingungen für Versand- und Vor-Ort-Apotheken. Die Einhaltung von Kühlketten ist im Koalitionsvertrag ausdrücklich genannt. Erst recht muss dies nun für die mit der GKV-Reform steigenden Zuzahlungen für verschreibungspflichtige Medikamente gelten. Denn dies wäre ein massives Lockmittel für die Versandapotheken, das Vor-Ort-Apotheken nicht anwenden können. Denn diese sind gesetzlich verpflichtet, die Zuzahlungen im Auftrag der Krankenkassen einzuziehen und weiterzuleiten - ohne eigenen Vorteil."
Das Mitglied des Gesundheitsausschusses für die CSU-Landtagsfraktion und die Apothekerin Carolina Trautner ergänzte: "Gerade für ältere Menschen und chronisch Kranke, die regelmäßig auf verschreibungspflichtige Arzneimittel angewiesen sind, ist die Vor-Ort-Apotheke oft die einzige verlässliche und persönlich erreichbare Anlaufstelle - umso wichtiger ist es, dass diese Infrastruktur erhalten bleibt und nicht durch Versandapotheken weiter verdrängt wird.“ Der strukturelle Wettbewerbsnachteil der Vor-Ort-Apotheke gegenüber dem EU-regulierten Versandhandel sei das zentrale ordnungspolitische Problem, sagte sie weiter.