Bayerischer Apothekertag: Klare Forderung nach verlässlichen, politischen Rahmenbedingungen

Steigende Kosten bei seit Jahrzehnten fehlender Honoraranpassung und gleichzeitig zunehmenden Versorgungsaufgaben – der wirtschaftliche Druck auf die Vor-Ort-Apotheken ist enorm: Beim Bayerischen Apothekertag 2026 haben Apothekerinnen und Apotheker daher deutliche Forderungen an die Politik gerichtet, wie die Landesapothekerkammer (BLAK) berichtet. 

Die BLAK-Präsidentin, Franziska Scharpf, stellte klar, dass der Berufsstand grundsätzlich bereit ist, die Transformation aktiv mitzugestalten: "Die Apotheke der Zukunft ist digital vernetzt und hochkompetent und wird eine zentrale Säule der Versorgung einnehmen müssen. Wer Prävention, Primärversorgung und Therapiebegleitung ernsthaft stärken will, kommt an den Apotheken vor Ort nicht vorbei." Sie fügte hinzu: "Wir Apothekerinnen und Apotheker wollen unsere heilberufliche, akademische Kompetenz noch aktiver in ein modernes Gesundheitssystem einbringen und die Versorgung der Menschen nachhaltig verbessern."

Der Vorsitzende des Bayerischen Apothekerverbandes und DAV-Vorsitzende, Dr. Hans-Peter Hubmann, verband diese Perspektive mit klaren wirtschaftspolitischen Forderungen: "Die Kosten für Personal, Energie, Miete und weitere Sachkosten sind seit 2013 um rund 60 Prozent gestiegen. Dieses Auseinanderklaffen von Kosten und Einnahmen können wir nicht mehr schultern."

Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) betonte: "Die beschlossene Erhöhung des Apothekenabschlags im GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz ohne Erhöhung des Fixums geht in die falsche Richtung. Stattdessen müssen die Vor-Ort-Apotheken durch den Bund gestärkt werden. Eine angepasste Vergütung für die Abgabe verschreibungspflichtiger Arzneimittel ist dringend erforderlich. Ich werde mich gegenüber dem Bund weiterhin mit Nachdruck für eine schnelle, vollständige Umsetzung einsetzen."  

Rund 300 Apothekerinnen und Apotheker sowie Pharmaziestudierende aus ganz Bayern kamen in München (8. und 9. Mai) zusammen.

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