Onkologische Pharmazie

Onkologische Pharmazie - was ist das?

© Alexander Raths - Fotolia.com

Die Beratung, Betreuung und Arzneimittelversorgung von Tumorpatienten durch Apotheker hat in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. In vielen Apotheken werden Krebspatienten ambulant betreut. Für die sachgerechte Handhabung und Herstellung patientenindividueller Zytostatikazubereitungen bedarf es spezieller Kenntnisse. Diese werden im Rahmen der Weiterbildung "Onkologische Pharmazie" vermittelt. Die "Onkologische Pharmazie" umfasst darüber hinaus die klinisch-pharmazeutische Beratung des onkologisch tätigen Arztes und der Angehörigen anderer Heilberufe sowie die Bewertung von Informationen auf dem Gebiet der Onkologie.

Die Zusatzbezeichnung "Onkologische Pharmazie" dürfen Apothekerinnen und Apotheker führen, wenn sie die im Curriculum vorgeschriebenen Seminare mit einem Mindestumfang von 100 Stunden besuchen,  spezielle Praxiserfahrungen nachweisen und die mündliche Abschlussprüfung bestehen.

Achtung: Die Empfehlungen der Bundesapothekerkammer zur Durchführung dieser Weiterbildung wurden 2016 überarbeit und im Juni 2016 von der Mitgliederversammlung verabschiedet. Ab 2017 wird das neue Seminar 1 "Kompetente Betreuung von Tumorpatienten" im Rahmen einer gleichnamigen Zertifikatfortbildung durchgeführt. Für 2017 planen die Apothekerkammern Baden-Württemberg, Berlin, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Westfalen-Lippe diese Zertifikatfortbildung anzubieten. 

Die Umstellung der übrigen Seminare auf die neuen Durchführungsempfehlungen und ein damit verbundener neuer Verteilungsmodus erfolgt ab 2018.

Seminare und Praxiserfahrung

Der Seminarzyklus mit 100 Stunden umfasst die Themen Onkologie, Handhabung von Tumortherapeutika, Klinisch-pharmazeutische Praxis, Information sowie Klinische Prüfungen, Studien und Heilversuche in der Onkologie. Zu den berufspraktischen Anforderungen gehören die Herstellung, Beurteilung und Kontrolle von mindestens 200 Zytostatikazubereitungen, die Erstellung und Präsentation von mindestens drei Patientenprofilen nach SOAP, die Bearbeitung und Dokumentation von mindestens fünf Anfragen zur zytostatischen Therapie sowie die Planung und Durchführung von mindestens einer Schulungs- oder Fortbildungsveranstaltung für das pharmazeutische oder medizinische Personal. Außerdem ist wahlweise die Erstellung eines Patienteninformationsblattes zu einem pharmazeutisch-onkologischen Thema oder der Nachweis mindestens einer Patientenberatung durchzuführen. Wer in der eigenen Apotheke noch keine Zytostatika herstellt, kann die praktische Erfahrung im Rahmen eines Praktikums erwerben.

Verteilungsmodus (bis einschließlich 2017)

Zur Durchführung der Seminare haben sich die Apothekerkammern auf einen Verteilungsmodus geeinigt. Da nicht jede Kammer alle Seminare anbieten kann, wurde die Durchführung bundesweit aufgeteilt. Die Kammer, die für ein bestimmtes Seminar verantwortlich zeichnet, führt dieses somit für alle Teilnehmer des gesamten Bundesgebietes durch. Anmelden können sich interessierte Apothekerinnen und Apotheker bei der Apothekerkammer, deren Mitglied sie sind; diese wird die Anmeldung an die veranstaltenden Kammern des Verteilungsmodus weiterleiten.

  • Seminar 1: Apothekerkammer Niedersachsen, An der Markuskirche 4, 30163 Hannover, Telefax: (0511) 39099-36.
  • Seminar 2: Apothekerkammer Westfalen-Lippe, Bismarckallee 25, 48151 Münster, Telefax: (0251) 521650
  • Seminar 3, Teil 1: Landesapothekerkammer Baden-Württemberg, Villastraße 1, 70190 Stuttgart, Telefax: (0711) 99347-43
  • Seminar 3, Teil 2: Landesapothekerkammer Rheinland Pfalz, Am Gautor 15, 55131 Mainz, Telefax: (06131) 27012-22
  • Seminar 4: Landesapothekerkammer Hessen, Postfach 90 06 43, 60446 Frankfurt, Telefax: (069) 979509-22
  • Seminar 5: Apothekerkammer Hamburg, Anmeldung: Firma ConEvent, Tel. (040) 7903356