DAT-Absage: Schwierige Entscheidung

Von Friedemann Schmidt

Der ABDA-Vorstand hat den diesjährigen Deutschen Apothekertag in München abgesagt. Diese Entscheidung fiel uns schwer und leicht zugleich. Schwer, weil der Apothekertag ein nicht zu ersetzendes Ereignis in unserem berufspolitischen Jahreskreis ist. Zusammen mit der Expopharm bietet er eine unschätzbare Gelegenheit zum politischen und fachlichen Austausch, er bestimmt die großen strategischen Grundlinien für die Arbeit der Berufsvertretung, er definiert Themen und Schwerpunkte für ABDA, Bundesapothekerkammer und DAV ebenso wie für unsere Mitgliedsorganisationen. Eröffnungsveranstaltung, Hauptversammlung, Fachforum und Messebesuch ermöglichen es den Delegierten, sich untereinander und mit unseren Gästen auszutauschen, das Antragsbuch ist Spiegel der professionellen und wirtschaftlichen Situation der Kolleginnen und Kollegen. All das wird nun in diesem Jahr fehlen, zweifellos ein großer Verlust in politisch-fachlicher, aber ebenso auch in sozialer und kollegialer Hinsicht. Trotzdem fiel uns die Entscheidung zur Absage leicht, denn sie ist aus heilberuflicher Sicht vollkommen alternativlos. Immer deutlicher werden die Hinweise, dass die Ausbreitung der Corona-Pandemie von Großereignissen getriggert wird. Wo viele Menschen zusammenkommen, die Köpfe zusammenstecken, miteinander sprechen und diskutieren, steigt das Infektionsrisiko. Und genau das passiert auf einem Apothekertag, davon lebt er und das macht seinen Wert aus. Niemand möchte sich vorstellen, was passiert, wenn unsere Veranstaltung zur Quelle eines Infektionsausbruches würde, eines Ausbruches mitten unter den Angehörigen eines systemrelevanten Heilberufes. Und so kämpfen wir Apothekerinnen und Apotheker in den nächsten Monaten weiter gemeinsam an vorderster Front gegen die Pandemie und hoffen schon heute auf einen gesunden und erfolgreichen Deutschen Apothekertag 2021 in Düsseldorf!

(Pharmazeutische Zeitung, 23. Ausgabe, 04.06.2020)  

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