D-A-CH-Apotheken: Gemeinsamer Austausch in Bern
Vertreter der Apothekerschaft aus Deutschland (D), Österreich (A) und der Schweiz (CH) haben sich zu einem länderübergreifenden Austausch getroffen, um aktuelle berufspolitische Entwicklungen zu erörtern und gemeinsame Perspektiven zu diskutieren. Gastgeber des Treffens war der Schweizerische Apothekerverband pharmaSuisse.
Eingeladen nach Bern waren die ABDA sowie die Österreichische Apothekerkammer am 9. und 10. April 2026. Aus Deutschland nahmen ABDA‑Präsident Thomas Preis, der Leiter der Europadelegation der ABDA, Mathias Arnold, sowie Dr. Jens Gobrecht, Bereichsleiter Internationale Angelegenheiten der ABDA, teil.
Zu Beginn des Treffens stand die aktuelle Lage der öffentlichen Apotheken im Mittelpunkt. Thomas Preis berichtete über das laufende Gesetzgebungsverfahren zur Apothekenreform in Deutschland und unterstrich die Notwendigkeit einer finanziellen Stärkung der Apotheken durch eine Erhöhung des Fixums auf 9,50 Euro. Zudem verwies er auf den anhaltenden Rückgang der Zahl öffentlicher Apotheken in Deutschland. In Österreich und der Schweiz ist die Apothekenzahl zuletzt hingegen stabil geblieben.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Entwicklung und Implementierung neuer pharmazeutischer Dienstleistungen. Dabei zeigte sich, dass alle drei Länder ähnliche Zielrichtungen verfolgen. Dr. Jens Gobrecht stellte das deutsche Modell der "Pharmazeutischen Dienstleistungen" vor und erläuterte die Vergütung über den sogenannten pDL‑Topf. In Österreich können Apotheken unterschiedliche Dienstleistungen über die Arzneimittelabgabe hinaus anbieten, die von den Patientinnen und Patienten selbst bezahlt werden, beispielsweise Gesundheitschecks oder spezielle Beratungsleistungen. In der Schweiz werden zahlreiche Dienstleistungen entweder von der Krankenpflegeversicherung (KVG) übernommen oder privat vergütet. Prävention spielt in allen drei Ländern eine zentrale Rolle.
Auch zur Digitalisierung fand ein intensiver Austausch statt, insbesondere mit Blick auf den Einsatz Künstlicher Intelligenz. Diskutiert wurden unter anderem Fragen der Datenerhebung, ‑nutzung und ‑zulässigkeit. Die drei Länder vereinbarten, den Dialog zu diesem Thema fortzusetzen.
Die deutsche Delegation zog ein positives Fazit. ABDA‑Präsident Thomas Preis erklärte: "Der Austausch in Bern hat gezeigt, dass die öffentliche Apotheke in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein unverzichtbarer Pfeiler des jeweiligen Gesundheitssystems ist. Auch bei unseren Kolleginnen und Kollegen aus den Nachbarländern stößt es auf Unverständnis, dass die Politik in Deutschland die im Koalitionsvertrag vereinbarten Maßnahmen nicht umsetzt. Wir brauchen eine Honorarerhöhung – und zwar sofort." Mathias Arnold ergänzte: "Das Treffen war wichtig, um sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren, voneinander zu lernen und gemeinsame Positionen herauszuarbeiten."

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