Ciesek begrüßt Impfungen in Apotheken
Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek spricht sich klar für Impfungen in Apotheken als niedrigschwellige Zugangsorte aus. "Die größte Hürde, sich impfen zu lassen, ist ja, sich einen Termin geben zu lassen und zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem bestimmten Ort zu gehen, sich in Wartezimmern zu setzen und dann irgendwann dranzukommen", sagte Ciesek beim PZ‑Livetalk "Alex’ Doppelte Dosis".
"Wenn ich dann einfach um die Ecke gehen kann in die Apotheke und die gleiche Impfung unter den gleichen Bedingungen und den gleichen Qualitätsansprüchen bekomme, dann finde ich das sehr gut für bestimmte Impfungen", fügte sie hinzu und nannte als Beispiel Influenza‑Impfungen. Durch den niedrigschwelligen Kontakt könne man viel erreichen. Das laufe in vielen Ländern schon sehr gut.
Ciesek begrüßte den Plan der Bundesregierung, die Impfmöglichkeiten in Apotheken auf alle Totimpfstoffe auszuweiten. "Für Totimpfstoffe finde ich das absolut sinnvoll einfach um die Impfquoten zu verbessern, weil die sind in Deutschland nicht ideal gerade bei Erwachsenen", sagte sie. Skeptisch sei sie allerdings bei Lebendimpfstoffen, etwa weil dort mehr Kontraindikationen zu beachten seien.
Ciesek ist seit 2019 Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Frankfurter Universitätsklinikum sowie Professorin für Medizinische Virologie an der Goethe-Universität. Der PZ-Livetalk "Alex’ Doppelte Dosis" kann auf YouTube noch einmal angeschaut werden.