Arzneimittelversorgung

Flächendeckende Arzneimittelversorgung durch Apotheken gesichert

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Mehr als 20.000 Apotheken versorgen die Bevölkerung in Deutschland flächendeckend mit Arzneimitteln - an 365 Tagen im Jahr und rund um die Uhr.

- Flächendeckend -
Das Apothekengesetz stellt sicher, dass bei gleichzeitiger Niederlassungsfreiheit überall ausreichend Apotheken zur Verfügung stehen:

Sollten Apotheken in einer Region geschlossen werden und auch Rezeptsammelstellen und Botendienste umliegender Apotheken nicht mehr ausreichen, eine angemessene Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zu gewährleisten, sieht das Apothekengesetz ein gestuftes Verfahren zur Vermeidung eines Notstandes in der Arzneimittelversorgung vor. Zunächst besteht die Möglichkeit, dem Inhaber einer nahegelegenen Apotheke auf Antrag die Erlaubnis zum Betrieb einer sogenannten Zweigapotheke mit geringerer Ausstattung zu erteilen. Wird ein solcher Antrag nicht innerhalb von sechs Monaten nach öffentlicher Bekanntmachung eines Notstands in der Arzneimittelversorgung gestellt, kann der Kommune die Erlaubnis zum Betrieb einer Notapotheke unter Leitung eines von ihr anzustellenden Apothekers erteilt werden. Die Gemeinden und Gemeindeverbände können also im Ernstfall die flächendeckende Arzneimittelversorgung selbst organisieren. Bundesweit gibt es keine Notapotheken, weil ein Bedarf dafür nicht besteht.

- Rund um die Uhr -
Auch außerhalb der üblichen Ladenöffnungszeiten ist die Arzneimittelversorgung jederzeit gesichert:

Apotheken sind rechtlich zu ständiger Dienstbereitschaft verpflichtet. Von dieser Verpflichtung befreien die zuständigen Behörden   überwiegend sind dies die Apothekerkammern der Länder - einen Teil der Apotheken für bestimmte Tage bzw. Tageszeiten. Dies erfolgt unter Abwägung einer der Bevölkerung zumutbaren Notdienstversorgung einerseits und der Belastung der Apotheken und ihrer Mitarbeiter durch diese Dienste andererseits. Die Kammern stehen dabei unter der Aufsicht der Länder. Je nach Apothekendichte in einer Region führt dies für die einzelne Apotheke zu einer ständigen Dienstbereitschaft oder der Einbindung in einen mehr oder weniger langen Dienstbereitschaftsturnus mit anderen umliegenden Apotheken. Hierdurch wird gewährleistet, dass immer ein Teil der Apotheken rund um die Uhr geöffnet ist, um so die Versorgung mit Arzneimitteln rund um die Uhr sicher zu stellen.

- Eigenständige Funktion -

Der Nacht- und Notdienst der Apotheken wird von der Bevölkerung geschätzt und auch regelmäßig in Anspruch genommen, wobei in mehr als der Hälfte der Fälle die Apotheken unabhängig von ärztlichen Verschreibungen aufgesucht werden.

Die zunehmende Ausdünnung ärztlicher Notdienste sowie deren teilweise Konzentration auf Notdienstzentren schmälert diese Gemeinwohlleistung der Apotheken nicht, sondern erhöht im Gegenteil ihre Bedeutung für die wohnortnahe Versorgung mit Arzneimitteln. Bei der Forderung, der Notdienst von Ärzten und Apothekern müsse besser aufeinander abgestimmt werden, gilt es, Folgendes zu bedenken:

  • Während der Arzt praktisch allerorts - auch in fremden Räumen – seinen Heilberuf ausüben kann, ist es dem Apotheker faktisch unmöglich und rechtlich verwehrt, seinen Gewerbebetrieb vorübergehend zum jeweils diensthabenden Arzt zu verlegen.
  • Apotheken decken im Notdienst zu mehr als 50% den Bedarf von Patienten, die mit Arzneimitteln zur Selbstmedikation eine Inanspruchnahme des ärztlichen Bereitschaftsdienstes vermeiden. Soweit die übrigen Patienten im ärztlichen Bereitschaftsdienst ausgestellte Rezepte einlösen, stammen diese sowohl aus zentralisierten Notdienstpraxen, wechselnden ärztlichen Praxen, die dezentral Notdienstbereitschaft leisten und mobilem ärztlichen Notdienst, der Patienten an ihrem Aufenthaltsort aufsucht. Da die Apotheke nicht allen vier Nutzergruppen gleichzeitig nächstgelegen sein kann, wird der turnusgemäße Wechsel der dienstbereiten Apotheken den Bedürfnissen der Patienten bestmöglich gerecht.
  • Eine Arzneimittelabgabe durch andere, als die örtlich ansässigen Apotheken, würde deren ökonomische Basis schmälern und ggf. zu einer Ausdünnung der Apotheken - nicht nur während der Dienstbereitschaft - in der Region führen.
  • Es gibt bei verantwortlichem ärztlichem Handeln keine Fälle, in denen es nicht entweder dem ins häusliche Umfeld entlassenen Patienten oder seinem sozialen Umfeld zumutbar wäre, die diensthabende Apotheke aufzusuchen.
  • Eine intensivere Kommunikation der Notdienst-leistenden Ärzte mit den dienstbereiten Apothekern kann gewährleisten, dass Verschreibungen des Arztes und Lagerbestand der Apotheke abgestimmt und dem Patienten doppelte Wege erspart werden.