FOCUS: Preis kritisiert unregulierte Plattformen und Versandhändler

ABDA-Präsident Thomas Preis hat in einem Interview mit dem "Focus" vor einem unkontrollierten Versandhandel gewarnt. In der Titelstory des Magazins (Ausgabe 51/2025) geht es um "Riskante Medizin aus dem Netz".

Angesprochen auf die Lieferengpässe von Arzneimitteln, sagte Preis: "Ich bin der Meinung, dass Medikamente, für die ein Lieferengpass besteht, nicht über den Versandhandel vertrieben werden dürfen. So sind die Medikamente auch im Notfall direkt vor Ort in der Apotheke erhältlich." Plattformen verführten zu missbräuchlicher Anwendung von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, und für Patienten, die Medikamente wirklich benötigen würden, würden diese zusätzlich weiter verknappt.

Preis nannte als Beispiel Asthmasprays mit dem Wirkstoff Salbutamol. "Wir haben festgestellt, dass Salbutamol auf gewissen Online-Plattformen auf Basis eines Fragebogens angeboten wird. Das ist ein unmöglicher Zustand, und es leistet dem Missbrauch Vorschub, wenn Rezepte nicht nach einem persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt, sondern lediglich nach Ausfüllen eines Online-Fragebogens ausgestellt werden", so der ABDA-Präsident. Derzeit beziehe man die Sprays aus den USA und Spanien. "Aber auch das reicht nicht mehr. Jetzt greift man schon auf Medikamente aus Brasilien zurück", so Preis. Seinen Angaben zufolge sind aktuell etwa 500 Medikamente nicht lieferbar.

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