Workshop zur Adhärenz bei Jahreskonferenz PCNE
Die diesjährige Jahreskonferenz des Pharmaceutical Care Network Europe (PCNE) fand am 17. und 18. Februar in Innsbruck statt. Die Konferenz zählt zu den wichtigsten internationalen Plattformen für pharmazeutische Betreuung und bietet einen zentralen Rahmen, um aktuelle Entwicklungen und Erfahrungen zu neuen Leistungen in öffentlichen Apotheken auszutauschen und zu diskutieren.
Ein Schwerpunkt lag auch in diesem Jahr auf den verschiedenen PCNE‑Arbeitsgruppen, darunter die 2022 gegründete Gruppe "Medication Adherence" (Therapietreue), die von Dr. Christiane Eickhoff (ABDA) und PD Dr. Isabelle Arnet (Universität Basel) geleitet wurde. Besonderes Augenmerk des international besetzten Workshops galt dem von der Arbeitsgruppe entwickelten Instrument 15‑STARS, mit dem Non‑Adhärenz bei Patientinnen und Patienten in der öffentlichen Apotheke strukturiert erkannt werden kann. Das Instrument wird derzeit in mehr als 20 Projekten weltweit erprobt. Im Workshop fand ein intensiver Austausch zu bisherigen Erfahrungen und Einsatzmöglichkeiten statt. Ein zentrales Anliegen des Workshops war es, die Rolle der öffentlichen Apotheke im Umgang mit Adhärenzproblemen sichtbar zu machen und praxisnahe Ansätze zur Stärkung der Therapietreue zu diskutieren.
Non‑Adhärenz gehört zu den größten Herausforderungen der Arzneimitteltherapie, insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit Polymedikation. Fehlende Therapietreue beeinträchtigt die Wirksamkeit pharmakologischer Behandlungen und führt zu vermeidbaren Folgekosten. Daher wurde das Thema bereits im ABDA‑KBV‑Konzept als gemeinsamer Schwerpunkt von Ärzten und Apothekern verankert und im Modellvorhaben ARMIN intensiv adressiert. Aktuell wird es im Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) aufgegriffen, das derzeit im Bundestag beraten wird. Im ApoVWG werden neue pharmazeutische Leistungen vorgeschlagen, von denen einige ausdrücklich auf die Verbesserung der Adhärenz abzielen.