Rheinische Post: Preis sieht Cannabis-Plattformen kritisch
Ein Leitartikel der "Rheinischen Post" über Cannabis-Plattformen in Nordrhein-Westfalen hat für einen großen Medienaufschlag gesorgt. Zitate von Thomas Preis landeten auf der Titelseite (29. Dezember 2025). Der ABDA-Präsident war von der Redaktion zur Cannabis-Teillegalisierung befragt worden und kann eine strengere Regulierung von Cannabis-Clubs nachvollziehen.
Preis hatte für die Leserinnen und Leser einige Zahlen parat: "Seit der Teillegalisierung sind Privatverordnungen von Cannabisblüten sprunghaft angestiegen". Der Import von Cannabisblüten zu medizinischen Zwecken sei vom ersten zum zweiten Halbjahr 2024 um 170 Prozent gestiegen, der Trend habe sich 2025 fortgesetzt, sagte er. Rezepte für Kassenpatienten seien nur um 9 Prozent gestiegen. "Das legt nahe, dass die steigenden Importe insbesondere auf die Belieferung einer zunehmenden Zahl von Selbstzahlern mit Privatrezepten zurückzuführen ist."
Hauptursache seien Cannabis-Plattformen, bei denen man ohne persönlichen Arztkontakt nach Ausfüllen eines einfachen Online-Fragebogens mit ein paar Klicks ein Rezept erhalte. Preis betonte zwar, dass Medizinal-Cannabis erlaubt bleiben müsse, um bestimmten Patienten zu helfen. Er begrüßte aber, dass die Bundesregierung nun gegen die Plattformen vorgehen will.
Die Bundesregierung will dem Bericht zufolge, dass Medizinal-Cannabis künftig nur noch nach persönlichem Kontakt mit dem Arzt in der Praxis oder beim Hausbesuch verschrieben werden kann, der Onlineversand soll ausgeschlossen werden.
Der ABDA-Präsident ging auch auf die gesundheitlichen Risiken von Cannabis ein. "So scheint das Risiko für einen Herz-Kreislauf-Tod und Diabetes Typ 2 deutlich höher zu sein als bei Menschen ohne Cannabiskonsum. Zusätzlich kann Cannabis den Abbau zahlreicher Arzneimittel hemmen und deren Wirkung verstärken." Betroffen seien etwa Blutverdünner, Psychopharmaka und bestimmte Krebsmedikamente.
Die Aussagen von Preis wurden von vielen anderen Medien aufgegriffen. Unter anderem berichteten "Deutschlandfunk", "Aachener Zeitung", "Deutsches Ärzteblatt", "Evangelische Zeitung" und die "Nachrichtenagentur epd" darüber.