Preis: Versorgung scheint den Krankenkassen wenig zu bedeuten

Zu den aktuellen Statements des GKV-Spitzenverbands zum bundesweiten Apotheken-Protesttag äußert sich ABDA-Präsident Thomas Preis wie folgt:
 
„Es überrascht nicht, dass die Krankenkassen an unserem Protesttag Statistiken bemühen, um die wirtschaftliche Schieflage der Apotheken kleinzureden. Richtig ist, dass sowohl die Anzahl der abgegebenen Arzneimittelpackungen als auch deren Preis in den vergangenen Jahren angestiegen sind – das wirkt sich indirekt auch auf das Apothekenhonorar aus. Was die Krankenkassen aber völlig ignorieren, ist, dass auch diese Effekte nicht ausreichen, um die Arzneimittel- und Gesundheitsversorgung durch die Apotheken zu stabilisieren. Denn: Unsere Betriebskosten sind seit 2013 insgesamt um mehr als 65 Prozent gestiegen, die Personalkosten sogar um rund 80 Prozent. Allein die höheren Personalkosten haben Mehrkosten in Höhe von rund 2 Milliarden Euro für uns erzeugt. Klar ist also, dass die von den Krankenkassen angeführten Effekte schlichtweg nicht ausreichen, um die chronische Unterfinanzierung der Apotheken zu beenden. Übrigens: Während unser Honorar seit 2013 eingefroren ist, sind die Einnahmen der Krankenkassen im selben Zeitraum um 72 Prozent angestiegen. Trotz dieser beeindruckenden Finanz-Zuwächse scheint den Kassen die Versorgungslage ihrer Versicherten aber wenig zu bedeuten. Denn: Wegen des Honorar-Stillstands musste seit 2013 jede fünfte Apotheke schließen. Das hat extrem negative Auswirkungen auf die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten: Allein zwischen 2018 und 2023 mussten mehr als 2 Millionen Menschen längere Wege bis zur nächsten Apotheke zurücklegen; bei knapp 500.000 Patientinnen und Patienten ist die Entfernung sogar erheblich angestiegen. Unsere derzeit laufende Online-Petition zeigt deutlich, dass die Menschen in Deutschland ihre heilberuflich geführte Apotheke in der Nachbarschaft behalten wollen. Auch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken sieht dies übrigens so – die Ministerin sollte sich von solchen fehlgeleiteten Aussagen der Kassen-Vertretungen nicht beirren lassen und die Apotheken – wie mehrfach angekündigt und im Koalitionsvertrag festgeschrieben – endlich stärken.“

zurück zur Übersicht