Lucas: Unkontrollierte Arzneimittel-Transporte als Sicherheitsrisiko

ABDA-Vizepräsidentin Dr. Ina Lucas warnt in einem Gastbeitrag bei table.media vor Sicherheitsrisiken durch unkontrollierte Arzneimitteltransporte durch Versandhändler. Viele Arzneimittel seien temperatursensibel und müssen innerhalb genau definierter Temperaturbereiche gelagert und transportiert werden. Bereits kurzfristige Abweichungen könnten Qualität und Wirksamkeit beeinträchtigen, ohne dass dies für Patientinnen und Patienten äußerlich erkennbar ist, so Lucas.

Die ABDA-Vizepräsidentin weist auf die derzeitige Lage hin: Während Vor-Ort-Apotheken die Einhaltung der Kühlkette auf Grundlage der Apothekenbetriebsordnung lückenlos überwachen und dokumentieren müssen, greift die Apothekenbetriebsordnung bei Versandhändlern aus dem EU-Ausland nicht. Dadurch entstehen laut Lucas Kontrolllücken, von denen ausländische Versender profitieren. Wer Arzneimittel in Verkehr bringt, müsse auch nachweisen können, dass diese sicher transportiert wurden, fordert die ABDA-Vizepräsidentin.

Angesichts der wachsenden Zahl temperatursensibler Arzneimittel fordert die ABDA daher einheitliche und verbindliche Standards für alle Marktteilnehmer. Arzneimittelsicherheit sei kein Wettbewerbsthema, sondern eine zentrale Voraussetzung für den Schutz der Patientinnen und Patienten, so Lucas.

„Wer Arzneimittel vertreibt, muss nachweisen können, dass sie sicher transportiert wurden. Temperaturkontrolle darf keine Option sein, sondern eine Frage der pharmazeutischen Integrität“, betont die ABDA‑Vizepräsidentin.

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