Herz-Check: Bundesapothekerkammer reagiert auf Warken-Vorstoß
Vor dem BILD-Herzgipfel 2026 (17. März) hat Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) angekündigt, dass künftig auch Apotheken wichtige Checks auf Herzkrankheiten durchführen sollen. Im BILD-Interview (15. März) erklärte sie: "Wir müssen Dinge, die es schon gibt, breiter ausrollen. Ein Beispiel: Es gibt die 3B - das Messen von Blutdruck, Blutzucker, Blutfett." Es sei entscheidend, dass Menschen diese Werte und die Angebote der Früherkennung kennen würden, um diese auch wirklich wahrzunehmen. Warken: "Wir wollen jetzt die Apotheken noch mehr mit ins Boot nehmen, damit auch künftig dort diese Messungen, Testungen und eine Beratung stattfinden können".
Franziska Scharpf, Vizepräsidentin der Bundesapothekerkammer (BAK), begrüßte den Vorstoß: "Apotheken können viel für Menschen mit Herz‑Kreislauf-Erkrankungen tun." Sie nannte in diesem Zusammenhang die neuen pharmazeutischen Dienstleistungen, die im Apothekenversorgungs‑Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) vorgesehen sind. Scharpf: "Der Vorteil der Apotheken vor Ort ist, dass kompetente pharmazeutische Fachkräfte für jeden und jede zugänglich sind - flächendeckend, niedrigschwellig und schnell erreichbar. Wir können Probleme oft frühzeitig erkennen." Die Apotheken könnten mit den neuen Dienstleistungen starten, sobald der genaue Leistungsumfang und die Honorierung mit den Krankenkassen vereinbart seien.
Auch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DKG) unterstützt mehr Herz-Checks in Apotheken. Präsident Prof. Stefan Blankenberg betonte, dass jede zusätzliche Möglichkeit zur Identifikation von Risikofaktoren helfe: "Jedes Sichtbarmachen von Risikofaktoren für Herzkrankheiten wie Bluthochdruck, erhöhte Blutfett- oder Zuckerwerte ist wichtig. Deshalb ist es absolut sinnvoll, niedrigschwellige Angebote wie Kontrollen in Apotheken einzubeziehen." Man erreiche viel mehr Patientinnen und Patienten. Blankenberg: "Die Apotheker können beraten und auf die Dringlichkeit einer Abklärung beim Arzt hinweisen. Die Behandlung muss dann in der Praxis erfolgen. Das ist gerade bei den Blutzuckerwerten wichtig, da diese stark davon abhängig sind, was man in den letzten Stunden getrunken und gegessen hat." Beim Arzt werde ein Langzeitzuckerwert genommen, das gehe bei einem Schnelltest in der Apotheke nicht.