Fokus Apothekenhonorar – Gesundheitsausschuss befragt ABDA
ABDA-Präsident Thomas Preis und BAK-Vizepräsidentin Franziska Scharpf standen am heutigen Mittwoch (4. März 2026) dem Gesundheitsausschuss des Bundestages Rede und Antwort. Die einstündige, öffentliche Anhörung zum Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) wurde live aus Berlin auf www.bundestag.de übertragen. Ein Fokus der Fragrunde lag auf der wirtschaftlichen Stärkung der Apotheken. Am 27. Februar 2026 war der Gesetzentwurf in Erster Lesung im Bundestag diskutiert worden; am 2. März 2026 gab die ABDA ihre 19-seitige, schriftliche Stellungnahme gegenüber dem Parlament ab.
Auf die Frage von Simone Borchardt (CDU), gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, antwortete Preis, dass der Gesetzentwurf zwar grundsätzlich in die richtige Richtung gehe. Die Erhöhung des Fixums sei aber leider nicht im Gesetz vorgesehen, dafür aber möglicherweise in einer begleitenden Verordnung, so Preis. Er betonte, dass mit Blick auf die prekäre wirtschaftliche Situation der Apotheken schnell gehandelt werden müsse. Eine Herunterskalierung der Leistungen in den Apotheken und eine „Apotheke ohne Apotheker“ brauche man dagegen nicht, sagte der ABDA-Präsident.
SPD-Gesundheitspolitiker Dr. Christos Pantazis fragte in der Anhörung nach der vorgesehenen Dynamisierung des Festhonorars. Preis sagte, dass es auf Basis eines erhöhten Fixums nicht erneut zu einer Abkopplung der Apotheken-Vergütung von den Kostensteigerungen kommen dürfe. Die Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband seien dafür der richtige Weg. Danach müsse der Verordnungsgeber das erzielte Verhandlungsergebnis aber auch eins zu eins umsetzen, so Preis.
Die Abgeordnete Dr. Tanja Machalet (SPD) fragte nach einer Stärkung des apothekerlichen Heilberufs. Preis sagte, er begrüße die Erweiterung der pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL). Es sei positiv für Bürgerinnen und Bürger, wenn der Apothekerberuf als Heilberuf gestärkt werde, betonte der ABDA-Präsident. Besonders wichtig sei der Präventionsgedanke. Preis sagte auch, dass die Apotheke der richtige Ort sei, um elektronische Medikationspläne (eMP) zu pflegen.
Auf die Frage von CSU-Gesundheitspolitikerin Emmi Zeulner sagte Scharpf, dass die Erleichterung bei der Einrichtung von Zweigapotheken ein Irrweg sei. Die Versorgung könne dadurch nicht verbessert werden. Zudem seien das Prinzip der persönlichen Verantwortung des Apothekers bzw. der Apothekerin sowie die flächendeckende Versorgung gefährdet. Die BAK-Vizepräsidentin sagte auch, dass die Stärkung des PTA-Berufsbilds ein wichtiges Anliegen der Apothekerschaft sei. PTA würden die Apotheker ergänzen, aber dürften sie in der Apotheke nicht ersetzen, so Scharpf.
Die Abgeordneten Dr. Paula Piechotta (Grüne) und Ates Gürpinar (Linke) hatte Fragen zum Versandhandel. Preis antwortete, dass eine sichere Versorgung der Bevölkerung nur durch Apotheken vor Ort gewährleistet sei. Dies ließe sich anhand von rund 40 Millionen Antibiotika-Verordnungen pro Jahr festmachen – aber auch daran, dass jede dritte Apotheke Substitutionsversorgung betreibe. Der ABDA-Präsident sagte, dass die Stärkung der Paritätischen Stelle wichtig sei und der Staat dort Mithaftung übernehmen müsse. Schließlich hielten sich die ausländischen Versandhändler nicht an alle Pflichten, so Preis.



