BMC-Kongress: Preis für mehr Eigenverantwortung der Patientinnen und Patienten

Das Gesundheitswesen befindet sich im Wandel: Digitalisierung, Fachkräftemangel und die Erwartungen der nachfolgenden Generation verändern Rollenbilder und Zusammenarbeit. ABDA-Präsident Thomas Preis hatte beim Kongress des Bundesverbands Managed Care (BMC) in Berlin die Möglichkeit, nach einem Impulsreferat des Gesundheitswissenschaftlers Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus Hurrelmann, mit Vertreterinnen aus Ärzteschaft, Pflege und Physiotherapie über eine zukunftsfähige Versorgung zu diskutieren.

"Der Chef für die Entscheidung bei der Therapie ist der Patient", sagte Preis unter Beifall. Es sei entscheidend, dass Patientinnen und Patienten eigene Entscheidungen treffen und sich von den Professionen beraten lassen. Das merke man auch in den Gesprächen in der Apotheke. Preis: "Bürgerinnen und Bürger wollen Prävention in der Apotheke machen, sie wollen sich in der Apotheke impfen lassen. Dem muss der Staat auch nachkommen und mit dem Apothekenreformgesetz geht das in die richtige Richtung." Insgesamt müsse man bei Bürgerinnen und Bürgern die persönliche Gesundheitskompetenz steigern. Dazu gehöre auch sie darin zu bestärken, dass Eigentherapie mit Beratung in der Apotheke bei vielen leichten Erkrankungen keine Therapie "zweiter Klasse" sei. 

Preis benannte zwei große Herausforderungen in den nächsten Jahren für alle Professionen. "Das ist der demografische Wandel und der medizinische und pharmazeutische Fortschritt. Das müssen alle Professionen erst einmal bewältigen können." Als zweiten Punkt nannte der ABDA-Präsident soziale Netzwerke und Influencer, die die Patientinnen Patienten mit falschen Versprechungen "überfluten". Deshalb sollten sich die Professionen "kommunikativ" schnell abstimmen, damit man dieser "rasenden Gefahr" deutlich entgegentrete.

Auf dem Podium am 28. Januar 2026 saßen neben Thomas Preis auch Sandra Postel (Präsidentin der Pflegekammer Nordrhein-Westfalen), Dr. Doris Reinhardt (Stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg) und Ute Repschläger (Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten – IFK). Die Moderation hatte Dr. Leonor Heinz (Leiterin der Koordinierungsstelle für die Initiative Deutscher Forschungspraxennetze DEGAM-ForNet) übernommen.

zurück zur Übersicht