Elektronische Gesundheitskarte

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Was ist die eGK?
Die „alte“ Krankenversichertenkarte war eine einfache Speicherkarte ohne große Schutzmechanismen. Die neue elektronische Gesundheitskarte (eGK) ändert dies grundlegend: Die eGK ist eine mit einem Foto versehene Mikroprozessorkarte (sog. Smart Card), auf der sich Informationen geschützt speichern lassen. Diese Informationen können in einer gesicherten Umgebung, z. B. in einer Arztpraxis, abgerufen werden.

Die Pflichtanwendungen auf der eGK sind für alle Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen verbindlich vorgeschrieben. Dazu zählen der Online-Abgleich und die Online-Aktualisierung der Versichertenstammdaten (z.B. Name, Geburtsdatum, Versichertennummer) mit den Krankenkassen sowie Informationen wie das elektronische Rezept und die Europäische Krankenversicherungskarte EHIC. Über freiwillige Anwendungen auf der eGK entscheiden die Versicherten selbst (z.B. Notfalldaten, elektronischer Medikationsplan / Arzneimitteltherapiesicherheit).

Sind die Apotheker am Projekt beteiligt?
Die im Jahr 2005 gegründete gematik Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (gematik) in Berlin hat den gesetzlichen Auftrag (§ 291a SGB V), die zur Einführung der eGK notwendige Telematikinfrastruktur aufzubauen, zu betreiben und weiter zu entwickeln.

Gesellschafter der gematik sind die Spitzenorganisationen der Leistungserbringer und Kostenträger (GKV-Spitzenverband) im Gesundheitswesen. Der Deutsche Apothekerverband (DAV) trägt die fachliche Verantwortung für die Anwendung „elektronischer Medikationsplan / AMTS-Datenmanagement (eMP / AMTS)“.

Brauchen Patienten die eGK in der Apotheke?
In den Apotheken wird die eGK derzeit noch nicht benötigt. Mit Einführung der Anwendung eMP / AMTS wird sich dies aber ändern.

Gibt es schon ein elektronisches Rezept (eRezept)?
Das eRezept gehört zu den sog. Pflichtanwendungen der eGK und ist vor allem im § 291a Abs. 5d SGB V geregelt. Dort heißt es: „Bis zum 30. Juni 2020 hat die Gesellschaft für Telematik die Maßnahmen durchzuführen, die erforderlich sind, damit ärztliche Verordnungen für apothekenpflichtige Arzneimittel in elektronischer Form übermittelt werden können. Bei der Durchführung der Maßnahmen nach Satz 1 berücksichtigt die Gesellschaft für Telematik, dass die Telematikinfrastruktur schrittweise ausgebaut wird und die Verfahren schrittweise auf sonstige ärztliche Verordnungen, Verordnungen von Betäubungsmitteln und Verordnungen ohne direkten Kontakt zwischen Arzt oder Zahnarzt und Versicherten ausgedehnt werden sollen."

DAV, KBV und GKV-SV sind mittlerweile die projektbeauftragten Gesellschafter bei der gematik. Dabei wird der DAV als Primus inter pares alle weiteren Gesellschafter (BÄK, BZÄK, DKG, KZBV) in die Kommentierungs- und Beschlussprozesse einbinden.

Welche Rolle spielt die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS)?
Um behandelnden Ärzten und Apothekern mehr notwendige Informationen über die Medikamenteneinnahme der Patientinnen und Patienten zu geben, wurde die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) als freiwillige Anwendung der eGK in § 291a SGB V verankert. Das Projekt "AMTS-Datenmanagement" wurde im Jahr 2013 bei der gematik gestartet. Unter Federführung des DAV wurde ein Anforderungskatalog (Lastenheft) erstellt und vorgelegt, der die zukünftigen Funktionalitäten definiert. Das Lastenheft wurde zwischenzeitlich überarbeitet, um die Anforderungen aus dem E-Health-Gesetz, insbesondere die Einbeziehung des eMP, aufzunehmen. Parallel wurde das sog. Pflichtenheft erstellt, das die konkrete Umsetzung der Anforderungen aus dem Lastenheft beschreibt.

Was ist der "Medikationsplan", der Ende 2015 im E-Health-Gesetz beschlossen wurde?
Beim Medikationsplan handelt es sich um eine Medikationsliste, auf die alle gesetzlich krankenversicherten Patienten einen Anspruch haben, wenn sie mindestens drei verordnete Arzneimittel dauerhaft einnehmen. Ein Arzt stellt sie aus, ein Apotheker kann sie auf Wunsch des Patienten aktualisieren. Seit Oktober 2016 können Patienten die Medikationsliste in Papierform erhalten. Die Anwendung eMP wurde durch das E-Health-Gesetz mit der Anwendung AMTS-Datenmanagement verbunden. Mit Einführung der Anwendung eMP / AMTS können die Daten des Medikationsplans künftig auch in digitaler Form mithilfe der eGK zur Verfügung gestellt werden.