Risikomanagement Influenzapandemie

Risikomanagement in Apotheken während einer Influenzapandemie

Apotheken sind für die ordnungsgemäße Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig - im Falle einer Influenzapandemie insbesondere für die Versorgung mit antiviralen Arzneimitteln. Die Aufrechterhaltung der Betriebsabläufe während einer mehrwöchigen Pandemie ist eine große Herausforderung für die Apotheken. Für die Sicherung der Betriebsabläufe und den Schutz der Apothekenmitarbeiter vor einer Ansteckung mit Influenzaviren gilt es entsprechend vorzusorgen.

Durch einen apothekeninternen Notfallplan lassen sich Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Organisation der Apotheke systematisch planen. Hilfestellung dazu bietet das von der Bundesapothekerkammer und der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) erstellte Themenheft "Influenzapandemie - Risikomanagement in Apotheken". Das Themenheft beschreibt alle notwendigen Aufgaben, die im Pandemiefall Priorität haben oder zusätzlich anfallen und vereinfacht die Planung und Organisation durch Checklisten und Formulare. Das Themenheft steht hier zum Download für Sie bereit.

Empfehlungen zu Schutzmaßnahmen in Apotheken während einer Influenzapandemie

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes unter Berücksichtigung der Umstände zu treffen, die die Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer bei der Arbeit beeinflussen. Influenzaviren sind biologische Arbeitsstoffe und fallen somit unter die Biostoffverordnung. Aus diesem Grund hat der Arbeitgeber vor Ausbruch einer Influenza-Pandemie eine Gefährdungsbeurteilung vorzunehmen und entsprechende Schutzmaßnahmen festzulegen, um im Ernstfall das Apothekenpersonal vor einer möglichen Ansteckung mit Influenzaviren zu schützen.

Die Bundesapothekerkammer hat in Zusammenarbeit mit der BGW entsprechende Handlungshilfen erarbeitet, die die Durchführung der Gefährdungsbeurteilungen in der Apotheke erleichtern sollen. Neben Standards für die Arzneimittelabgabe in der Offizin, für den Botendienst und für Reinigungsarbeiten sowie für die Entsorgung von Abfällen in der Apotheke während einer Influenzapandemie stehen ein entsprechendes Formular sowie Musterbetriebsanweisungen zur Verfügung.

Darüber hinaus ist in den Pandemieplänen einiger Bundesländer vorgesehen, dass in Apotheken die antivirale Oseltamivir-Lösung hergestellt wird. Oseltamivirphosphat ist ein Arzneistoff mit gefährlichen Eigenschaften. Die Herstellung der Lösung fällt somit unter die Gefahrstoffverordnung. Ein entsprechender Standard sowie das Formular zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilung sind ebenfalls in den Handlungshilfen zu finden.

Desinfektionsmittel

Die Handlungsempfehlungen zu den Schutzmaßnahmen im Pandemiefall sehen ggf. auch die Desinfektion von bestimmten Flächen in Apotheken und die hygienische Händedesinfektion der Apothekenmitarbeiter vor.

Grundsätzlich sind dafür geeignet Ethanol 80 Vol. %, Isopropanol 70 Vol. % und n-Propanol 60 Vol. % sowie alle Desinfektionsmittel mit einem "begrenzt viruzidem" Wirkspektrum. Welche Desinfektionsmittel dieses Wirkspektrum haben, können Sie der aktuellen IHO-Viruzidie-Liste entnehmen.

Fragen, Anregungen, Kritik?

Haben Sie Fragen? Gibt es Anregungen oder Kritik von Ihrer Seite? Sagen Sie uns Ihre Meinung!

Schicken Sie uns einfach eine Mail:

Apotheker-Apotheke@abda.aponet.de