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Die flächendeckende Versorgung der Menschen in Deutschland mit Arzneimitteln wird durch die hohe Präsenz der öffentlichen  Apotheken gewährleistet. So sind nicht nur Großstädte und Ballungsgebiete ausreichend mit Apotheken versorgt, sondern auch in Kleinstädten und ländlichen Gegenden zählen die Apotheken zu den wichtigsten Anlaufstellen des Gesundheitswesens. Die Neueröffnungen vieler Apotheken in Ostdeutschland seit der Wiedervereinigung 1990 belegen eindrucksvoll, dass sich auch dort die Arzneimittelversorgung spürbar verbessert hat.

Krankheit richtet sich nicht nach Öffnungszeiten. Deshalb gibt es den Apothekennotdienst. In wechselndem Turnus sorgen die öffentlichen Apotheken dafür, dass kein Verbraucher eine allzu lange Strecke bis zur nächsten dienstbereiten Apotheke zurücklegen muss. Das geht nur mit einem so flächendeckenden und wohnortnahen Versorgungssystem, wie es die Apotheken in Deutschland gewährleisten. Welche Apotheke Notdienst hat, kann der Verbraucher auf verschiedene Art und Weise erfahren: in Lokalzeitungen, in den Schaufenstern der Apotheken in der Nachbarschaft, im Internetangebot der Apothekerkammern oder per Notdienst-Hotline.

Zum Leistungsspektrum gehört auch der Botendienst (Bringdienst, Home Service), wenn z.B. ein verordnetes Arzneimittel in der Apotheke nicht vorrätig ist und dem Patienten ein nochmaliges Erscheinen nicht zumutbar ist. Gründe dafür können die Bettlägerigkeit des Patienten oder die Entfernung zwischen Wohnort und Apotheke sein. Der Botendienst ist aber nur für den Einzelfall vorgesehen. Der Bote muss zur Apotheke gehören, so dass eine Zustellung durch Dritte, wie Kuriere, nicht erlaubt ist. Aus Gründen der Arzneimittelsicherheit ist es wichtig, dass der Apotheker gegenüber dem Boten ein Weisungsrecht und eine Aufsichtsmöglichkeit besitzt.

Auch im Katastrophenfall ist auf die Apotheke Verlass: Jede Apotheke hält den durchschnittlichen Wochenbedarf der wichtigsten Arzneimittel vorrätig sowie Antidote oder Antisera, also Gegengifte. Zwei Beispiele: Für den nuklearen Katastrophenfall sichern die Apotheker die Versorgung der Bevölkerung mit nicht-radioaktivem Jod. Bei der Influenzapandemie spielen Apotheker eine wichtige Rolle bei der Verteilung des Impfstoffs sowie bei der Herstellung und Verbreitung von antiviralen Arzneimitteln.

Besondere Versorgungsformen sind u. a.:

Betäubungsmittel

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Die Abgabe von Betäubungsmitteln ist eine Gemeinwohlpflicht der Apotheker für die Gesellschaft. Sie unterliegt strengen Regeln. Aber nicht nur Ärzte und Apotheker müssen hier Vorgaben beachten. Man erkennt ein Betäubungsmittelrezept an dem gelben Papier, auf dem es gedruckt ist. Es kann nur sieben Tage lang in der Apotheke vor Ort eingelöst werden, dann verfällt es. Ebenso prüft die Apotheke vor Ort Lagerung und Abgabe ganz genau und dokumentiert jeden Schritt. Auf diese Weise soll einem Missbrauch vorgebeugt werden. Denn Sicherheit ist insbesondere bei abhängig machenden Arzneimitteln unverzichtbar.

Beratungsintensive Arzneimittel

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Es gibt Arzneimittel, deren Anwendung besonders kompliziert ist. Für die richtige Einnahme und eine wirksame Therapie ist eine gezielte Beratung in der Apotheke vor Ort besonders wichtig. 190 Millionen solcher Arzneimittelpackungen werden jährlich in Deutschland abgegeben. Retard-Tabletten, Magensaft-resistente Arzneien oder Insulin sind bekannte Beispiele. Das persönliche Gespräch mit dem Apotheker hilft, Unklarheiten zu beseitigen. Beratung ist hier unverzichtbar.

190 Millionen beratungsintensive Arzneimittel: Anwendung in der Apotheke demonstrieren lassen

Kühlpflichtige Arzneimittel

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Fast 30 Millionen temperaturempfindliche Arzneimittel gehen jedes Jahr über die Tische der Apotheken vor Ort. Sie garantieren die geeignete Lagerung durch die gesamte Lieferkette. Zuhause sollten die Medikamente dann im Kühlschrank aufbewahren, unterwegs in einer Kühlbox. Ob es sich ein kühlpflichtiges Medikament handelt, ist auf der Verpackung vermerkt. Was man sonst noch beachten sollte: Sommerhitze: Fast 30 Millionen Arzneimittel müssen gekühlt werden