Musterweiterbildungsordnung der Bundesapothekerkammer

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Es ist das gemeinsame Interesse aller Apothekerkammern, dass die Weiterbildung möglichst einheitlich in der gesamten Bundesrepublik durchgeführt wird. Ein Fachapotheker aus Berlin soll nicht eine grundsätzlich andere Qualifikation als ein Fachapotheker aus Düsseldorf haben.

Aus diesem Grund wurde von der Bundesapothekerkammer eine Musterweiterbildungsordnung erarbeitet. Diese hat empfehlenden Charakter für die Apothekerkammern zur Ausgestaltung der Weiterbildung im Rahmen ihrer Länderhoheit. Rechtsverbindlich für den einzelnen Apotheker ist die Weiterbildungsordnung der Kammer, deren Mitglied er ist.

Die Mitgliederversammlung der Bundesapothekerkammer entwickelt die Musterweiterbildungsordnung fortlaufend weiter und passt diese z.B. auch an europäische Entwicklungen an. Wichtige Änderungen der letzten Jahren betrafen die Einführung des Weiterbildungsbereiches "Geriatrische Pharmazie", die Umbenennung des Bereiches "Gesundheitsberatung" in "Prävention und Gesundheitsförderung" sowie des Gebietes "Offizin-Pharmazie" in "Allgemeinpharmazie", die Kürzung der Weiterbildungszeit im Gebiet "Toxikologie und Ökologie" von vier auf drei Jahre sowie die Aufhebung des Weiterbildungsverbots für Selbstständige und die ehemals zwingende Verknüpfung von Weiterbildungsstätte und Ermächtigtem. So kann sich durch die so genannte Verbundermächtigung auch ein Apotheker durch einen Ermächtigten weiterbilden lassen, der nicht an der Weiterbildungsstätte des Weiterzubildenden tätig ist. 

Die letzte wichtige Änderung beschloss die Mitgliederversammlung der Bundesapothekerkammer am 28. April 2015 mit der Aufnahme des neuen Weiterbildungsbereiches "Infektiologie". Damit steht Apothekerinnen und Apothekern in Krankenhaus- und krankenhausversorgenden öffentlichen Apotheken eine weitere Qualifikationsmöglichkeit offen.