FAQ zum Deutschen Apothekertag

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Was ist der Deutsche Apothekertag? Wie kommen Anträge auf die Tagesordnung? Antworten auf diese und weitere Fragen finden Sie in unseren FAQs rund um den Apothekertag.

Was ist der Deutsche Apothekertag?

Der Deutsche Apothekertag (DAT) ist ein jährlich stattfindendes "Apothekerparlament", dessen Kernelement die Hauptversammlung (HV) ist. Die HV ist laut Satzung der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V. ein Organ der ABDA, das der berufspolitischen Willensbildung der deutschen ApothekerInnen dient. Beschlüsse der Hauptversammlung sind für das Handeln der ABDA und ihrer Organe grundsätzlich verpflichtend.

Die 34 Mitgliedsorganisationen - 17 Kammern und 17 Verbände - entsenden jeweils Delegierte (Stimmberechtigte), welchen die Beschlussfassung obliegt. Die Anzahl der von den Mitgliedsorganisationen zu bestellenden Delegierten (und damit die Menge der Stimmen) richtet sich nach der Anzahl der ApothekerInnen im jeweiligen Kammerbezirk. Auf je 200 ApothekerInnen entfällt ein/e Delegierte/r. Im Schnitt kommen so um die 400 Stimmen zusammen. Zwar nicht zur Abstimmung, aber zur Teilnahme an der Hauptversammlung ist jede/r der ca. 60.000 ApothekerInnen in Deutschland berechtigt.

Wo und wann findet der DAT statt?

Der DAT findet jedes Jahr an drei Tagen im September oder Oktober statt. Abwechselnd stehen dabei die Landeshauptstädte der beiden größten Bundesländer Bayern und Nordrhein-Westfalen, München und Düsseldorf, als Veranstaltungsorte zur Verfügung. Parallel dazu findet dort jeweils auch die expopharm, Europas wichtigste pharmazeutische Fachmesse, statt.

Wie kommen Anträge auf die Tagesordnung?

Die HV-Tagesordnung wird vom ABDA-Gesamtvorstand aufgestellt.  Unter bestimmten Voraussetzungen gibt es auch die Möglichkeit einer Änderung oder Erweiterung der Tagesordnung durch die Mitgliederversammlung, durch die Mitgliedsorganisationen oder durch mindestens 5 Delegierte.

Neben dem Geschäftsbericht gehört u.a. auch die Antragsberatung zur Hauptversammlung. Hier wird über die berufspolitischen Themen beraten und abgestimmt. Die diesbezüglichen Anträge werden von den Mitgliedsorganisationen, vom Geschäftsführenden ABDA-Vorstand, der Mitgliederversammlung oder von mindestens 5 Delegierten gestellt. Die i.d.R. bis spätestens  ca. 7 Wochen vor der Hauptversammlung in der Geschäftsstelle der ABDA eingegangenen Anträge werden von einer eigens vom Gesamtvorstand der ABDA bestellten Antragskommission auf formale Kriterien geprüft und sortiert. Zudem kann sie empfehlen, thematisch ähnliche Anträge zu sogenannten Leitanträgen zusammenzufassen, damit über gleiche Inhalte nicht wiederholt diskutiert und abgestimmt werden muss. Die Vorsortierung, sowie weitere Empfehlungen werden dann dem Geschäftsführenden Vorstand und dem Gesamtvorstand präsentiert. Nachdem auch diese Gremien bezüglich formaler Fragen, insbesondere auch hinsichtlich der Leitanträge, entschieden haben, wird eine Antragsmappe erstellt. Diese wird vorab an die Delegierten verschickt, damit diese sich bereits im Vorfeld mit den Anträgen befassen können.

Was passiert mit den Beschlüssen?

Jeder Antrag auf der Tagesordnung kann angenommen, abgelehnt oder in einen Ausschuss verwiesen werden.

Wird ein Antrag angenommen, ist es das Ziel das Geforderte umzusetzen. Dies kann z.B. durch Verhandlungen mit der Politik (z.B. eine Gesetzesinitiative) oder das Entwickeln eigener Projekte geschehen. Ein abgelehnter Antrag wird naturgemäß nicht weiter verfolgt. Bei einem verwiesenen Antrag, muss zunächst der Ausschuss bestimmt werden, der dann das Thema diskutiert und sein Beratungsergebnis später der ABDA-Mitgliederversammlung vorlegt. Vor jedem DAT wird von der ABDA-Geschäftsstelle ein Bericht vorgelegt, wie mit den Anträgen aus dem Vorjahr umgegangen wurde.

Welche Themen außerhalb der Hauptversammlung gibt es?

Die Hauptversammlung (HV) ist zwar der Dreh- und Angelpunkt des DAT, doch auch darüber hinaus werden wichtige Themen diskutiert. So gehören die Begrüßung und der Lagebericht des ABDA-Präsidenten nicht zur Hauptversammlung, geben aber dennoch zu Beginn des DAT wichtige inhaltliche Impulse. Auch die Statements aus Bundes- und Landesregierung sowie die politische Diskussion mit den Fraktionen des Bundestages finden außerhalb der HV statt.

Vor dem DAT findet traditionell eine Pressekonferenz statt, die ein wichtiges gesundheitspolitisches oder Verbraucherthema auf die öffentliche Agenda setzt. Zudem hat jeder DAT oft auch noch ein ganz besonderes Schwerpunktthema, das bei Bedarf mit externen Gästen und besonderen Experten diskutiert wird. 2015 war dies "E-Health"; im Jahr 2016 steht „Medikationsmanagement“ auf der Agenda.