Berlin/Meran, 26. Mai 2016

Vorsicht Fehler: Apotheker demonstrieren die richtige Anwendung von Medikamenten

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Viele Patienten haben Schwierigkeiten damit, Arzneimittel richtig anzuwenden. Besonders Senioren sehen und hören oft schlechter, zudem nimmt ihre Kraft in den Händen ab und die Feinmotorik lässt nach. „Apotheker sind die Experten für Arzneimittel. Dazu gehört auch ein detailliertes Wissen über die Darreichungsformen, die sich teilweise von Präparat zu Präparat unterscheiden“, sagte Apotheker Dr. Wolfgang Kircher beim pharmacon, einem internationalen Fortbildungskongress der Bundesapothekerkammer. Der Apothekenleiter ist Mitglied der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK).

Probleme erkennen Apotheker oft erst, wenn sie sich vom Patienten zeigen lassen, wie er seine Medikamente zuhause anwendet. Grundsätzlich haben Apotheker verschiedene Möglichkeiten, Probleme bei der Anwendung zu lösen. „Neben praktischem Demonstrieren und gemeinsamem Üben kann der Apotheker seinen Patienten verschiedene Serviceleistungen anbieten“, sagte Kircher.

Der Apotheker kann Präparate - soweit erforderlich - in einen gebrauchsfertigen Zustand bringen, etwa durch das Lösen von Versiegelungen oder Erstöffnungssicherungen. Diese sind oft so klein oder widerspenstig, dass sie vor allem von Älteren nicht allein gelöst werden können.

Bei einigen Arzneimitteln, wie z.B. Pulverinhalatoren mit Wirkstoffkapseln, erfordert das Zusammendrücken relativ viel Kraft in den Händen. Fehlt diese alters- oder krankheitsbedingt, kann der Apotheker demonstrieren, wie sein Patient durch eine Veränderung der Griffposition mehr Kraft aufbringt. Reicht die Kraft des Griffs zwischen Fingerspitze und Daumen nicht mehr aus, kann die Position gewechselt werden zum so genannten Schlüsselgriff zwischen Daumen und der Seite des Zeigefingers. Außerdem kennt der Apotheker verschiedene mechanische Hilfsmittel, die z.B. das Aufdrehen von Schraubverschlüssen erleichtern.

Bei einigen Arzneimitteln für ältere Patienten kann auch ein Präparatewechsel notwendig sein. Beispiel Augentropfen: Einige Fläschchen aus Kunststoff lassen sich nur schwer, andere sehr viel leichter zusammendrücken. Wenn die Kraft in den Händen gering ist, kann der Apotheker pharmazeutische Bedenken anmelden und das verordnete durch ein wirkstoffgleiches Präparat ersetzen.

Kircher: „Wenn ein Patient ein Problem mit der Anwendung bemerkt, sollte er das mit dem Apotheker besprechen, statt sich selbst eine Lösung auszudenken. Denn das geht oft schief - meist ohne dass der Patient es überhaupt bemerkt.“